Volleyball
Für Talente wird auf Sand gebaut

Vor 100 Tagen nahm Jürg Seiler die Wahl zum Präsidenten von Swiss Volley Region Aargau an. Der Zofinger ist in seinem Amt stark gefordert.

Melanie Gamma
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Nachwuchsbeachvolleyballer sollen im Aargau bald noch höher hinaus kommen.

Nachwuchsbeachvolleyballer sollen im Aargau bald noch höher hinaus kommen.

Keystone

Bei seiner Rede zum Amtsantritt an der Delegiertenversammlung von Swiss Volley Region Aargau (SVRA) versprach Jürg Seiler: «Ich werde sobald als möglich mit jedem der 58 Vereine in unserem Verband ein Gespräch führen.» Nun ist er seit 100 Tagen im Amt – zu wie vielen Treffen kam es bereits? «Ich muss zugeben, es sind noch nicht so viele, wie ich mir vorgenommen hatte. Sechs Clubs habe ich bereits besucht.» Die Gespräche hätten ihm die Gewissheit verschafft, dass sich im Aargau «viele tolle Menschen für Volleyball einsetzen».

Bei den Zusammenkünften kristallisierten sich aber auch zahlreiche Aufgaben heraus. Eine davon ist die Überarbeitung des Gebührenreglements und des Reglements der Offiziellen Wettspiele (ROW), für die es bereits vor Jürg Seilers Wahl Arbeitsgruppen gab. «In diese Arbeitsgruppen habe ich reingeschaut und die Leute kennen gelernt», sagt der Zofinger. Die definitiven Versionen, die der Präsidentenkonferenz im März zur Abstimmung vorgelegt werden, würden die Arbeitsgruppen aber autonom erstellen. «Ich segne sie nur ab», so Seiler.

Es geht auch ums Geld

Gefordert ist er auch im Vorstand, mit dem er bislang drei Sitzungen abhielt und dem er hohe Kompetenz und grosse Motivation attestiert. Jürg Seiler widmet sich nebst den Aufgaben als Präsident auch dem Sponsoring, das als Ressort derzeit nicht vergeben ist und schon in den Vorjahren von verschiedenen Vorstandsmitgliedern nebenbei bewirtschaftet wurde. «Wir müssen schauen, dass wir in diesem Bereich zulegen können. Sponsoren zu finden wird künftig nicht einfacher, aber umso wichtiger», meint Jürg Seiler vielsagend. Schliesslich habe der Aargauer Volleyballverband eine grosse Baustelle vor sich: «Ab April wollen wir in Aarau das ‹Nationale Nachwuchs-Leistungs-Zentrum für Beachvolleyballer/innen› betreiben.»

Jürg Seiler, Präsident SVRA «Der Aufwand ist gross, aber ich schlafe noch gleich gut wie vorher.»

Jürg Seiler, Präsident SVRA «Der Aufwand ist gross, aber ich schlafe noch gleich gut wie vorher.»

Weil der Kanton mit einem nationalen Trainingszentrum ein Aushängeschild kriegen würde, erwartet Jürg Seiler, dass ihm und dem SVRA keine Steine in den Weg gelegt werden. «Ich hoffe, die bürokratischen Vorgänge gehen rasch über die Bühne», sagt der Thutstädter, der in den letzten Tagen mit verschiedenen Parteien Gespräche führte. Auch mit den Verantwortlichen von Swiss Volley sass er am Tisch. «Ich bin in viele Verhandlungen involviert, schliesslich geht es um viel Geld und am Ende muss ich ja unten rechts oder links unterschreiben», formuliert es Jürg Seiler.

Bald ein Nationales Indoor-Zentrum?

Im Moment entspreche sein Amt etwa einem 20-Prozent-Pensum. Der Aufwand sei grösser, als er gedacht hätte. «Aber ich schlafe noch immer gleich gut wie vorher.» Ärgern müsse er sich höchstens, wenn gewisse Leute ihre Versprechen nicht halten. Näher will Seiler auf diesen Punkt nicht eingehen. Er konzentriert sich lieber auf die positiven Seiten seines Amtes. Überrascht sei er, wenn er sehe, wie im Volleyball vieles schon systematisch funktioniere, zum Beispiel die Trainerausbildung oder das Schiedsrichterwesen. Jürg Seiler, dem der Kontakt zur Basis wichtig ist, besuchte etwa den Kids-Volley-Day in Rheinfelden AG. «Wie da schon die Dreikäsehochs Schiedsrichter spielten, war bewundernswert. Ich behaupte, Nachwuchsförderung kommt in keiner Sportart so stark zur Geltung wie im Volleyball.»

Sobald die neuen Projekte fortgeschritten sind, werde sein Aufwand abnehmen, hofft Jürg Seiler. Vielleicht. Denn insgeheim liebäugelt er damit, nebst dem Beachzentrum auch ein Nationales Indoor-Zentrum in den Aargau zu holen. «Aber erst 2017.» Und spielt der 59-Jährige mittlerweile selber Volleyball? «Leider habe ich dafür keine Zeit», sagt er, «denn da warten noch viele Verhandlungen und Vereinsbesuche.»

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