FC Wohlen
Für den FC Wohlen gilt nun: Ellbogen ausfahren

Der FC Wohlen ist im Fahrplan, doch in der Offensive mangelt es an Durchsetzungskraft. Der wiedergenesene Nico Abegglen soll neuen Schwung bringen.

Calvin Stettler
Merken
Drucken
Teilen
Die Hoffnungen beim FC Wohlen ruhen nun auf Nico Abegglen (links).

Die Hoffnungen beim FC Wohlen ruhen nun auf Nico Abegglen (links).

Alexander Wagner

Es ist diese 46. Minute im Spiel gegen Leader Lausanne, die Mitte Februar einiges verändert. Samir Ramizi wird rüde gegrätscht. Er bleibt liegen. Meniskusschaden. Ein bitterer Ausfall, aber einer, den man zu kompensieren vermag. Dachte man. Zumal die Freiämter im Winter mit Ianu, Graf und Castroman gleich drei Offensivspieler verpflichteten. Doch noch am selben Nachmittag warnt Trainer Martin Rueda: «Samir wird uns fehlen.» Heute wissen wir, Rueda sollte recht behalten.

Die Wohler Offensivmaschinerie stockt

Der FC Wohlen ist in der Offensive berechenbar geworden. Vier Spiele hat die Rueda-Elf seit dem Lausanne-Spiel absolviert, erzielte nur zwei Treffer, beide durch Verteidiger. Die Wohler Offensivmaschinerie stockt. Natürlich liegt Rueda nicht falsch, wenn er sagt, dass man erst jetzt den Wert des wirbligen Ramizi erkenne. Ramizi jedoch spielte keine famose Hinrunde, blieb oft auch ohne Einfluss. Die fehlende Durchsetzungskraft mit dessen Absenz zu begründen, ist zu kurz gegriffen.

Die Verletzung von Samir Ramizi trifft den FC Wohlen schwer.

Die Verletzung von Samir Ramizi trifft den FC Wohlen schwer.

freshfocus

Fest steht: Das im Winter einstudierte 4-4-2-System funktioniert nur, wenn der gesetzte Christian Ianu einen Stürmer neben sich hat, der die Bereitschaft zu einem immensen Laufpensum mitbringt und dem Rumänen als Vorarbeiter dient. Ianu ist Vollstrecker. Nicht mehr und nicht weniger. Weil sich Abegglen Anfang Jahr das Innenband riss, fehlte es nach Ramizis Aus an Alternativen. Nicht an quantitativen, sondern qualitativen. Die Jungspunde versuchten sich neben Routinier Ianu.

Zuerst Marvin Graf, dann Augusto Lotti und jüngst auch Miguel Castroman. Niemand überzeugte. Klar, das Trio ist unerfahren, es mangelt an Spielpraxis. Dennoch: Grafs Doppelpack zum Rückrundenbeginn in Winterthur blendete und schürte falsche Hoffnungen. Der grazile Lotti schafft es auch im neunten Monat nach seiner Ankunft noch immer nicht, über 90 Minuten zu überzeugen. Und der technisch versierte Castroman scheint auf seiner gelernten Position, der Zehn, besser aufgehoben.

Die Hoffnungen ruhen auf Abegglen

So ruhen die Hoffnungen nun auf dem 26-jährigen Abegglen, der nach 46-tägiger Absenz vergangene Woche im Derby gegen Aarau sein Comeback feierte. Er war es, der nach der Pause eingewechselt wurde und Schwung brachte. Dass dieser – vor allem in den vergangenen vier Partien – fehlte, liege nicht nur an der Offensivabteilung, meint Abegglen: «Die Mannschaft muss sich auf die Stürmer und ihren jeweiligen Spielstil einstellen.» Ein Umdenken muss also bereits in der Angriffsauslösung stattfinden.

Nico Abegglen (links) «Ich bin bereit und will mit vollem Einsatz vorangehen.»

Nico Abegglen (links) «Ich bin bereit und will mit vollem Einsatz vorangehen.»

Alexander Wagner

Jüngst gelang dies nur sporadisch. Mit der Rückkehr Abegglens soll die Offensivmaschinerie wieder Fahrt aufnehmen. «Ich bin bereit und will mit vollem Einsatz vorangehen», sagt Abegglen. Der Blick auf die Tabelle zeigt: Der FC Wohlen ist im Fahrplan, doch das Polster sollte nicht überbewertet werden. Nur sechs Zähler liegt Ruedas Team vor Schaffhausen. Um das Schlusslicht zu bodigen, muss Wohlens Sturmabteilung vor allem eines machen: Ellbogen ausfahren.