Fussball
Für den FC Aarau geht es um die Ehre und 120’000 Franken

Mit einem Punktgewinn gegen den wahrscheinlichen Absteiger Lausanne kann die Mannschaft von Trainer René Weiler heute Nachmittag im Brügglifeld den Ligaerhalt sicherstellen.

Ruedi Kuhn
Merken
Drucken
Teilen
Rückkehr in die Startelf: Sandro Burki (links) fehlte gegen Sion an allen Ecken und Enden.

Rückkehr in die Startelf: Sandro Burki (links) fehlte gegen Sion an allen Ecken und Enden.

KEYSTONE

Vier Niederlagen in Serie – das gabs zuvor unter Weiler noch nie: Beim Super-League-Aufsteiger scheint die Luft draussen zu sein. «Vielleicht haben wir in der ersten Saisonhälfte ein wenig über unsere Verhältnisse gelebt», erklärt Aaraus Sportchef Urs Bachmann den Leistungsabfall in den vergangenen Wochen. «Es war nicht einfach, die Abgänge von Davide Callà und Remo Staubli während der Winterpause zu kompensieren. Ich bin aber überzeugt, dass die Mannschaft zum Abschluss der Meisterschaft noch den einen oder andern Effort leisten wird.»

Lausanne sei Dank

Dass der FC Aarau trotz der Rückschläge bereits fünf Runden vor Schluss so gut wie gerettet ist, verdankt man in erster Linie dem Tabellenletzten Lausanne. Die Waadtländer konnten ihre Aufholjagd nicht durchziehen. Nach den 0:1-Niederlagen in den Heimspielen gegen Aarau und Sion war der Mist geführt. So reicht Weilers Team in der heutigen Partie schon ein Punkt zum Ligaerhalt. Im Vergleich zum 0:2 gegen Sion kehrt Sandro Burki in die Startelf zurück. Der Captain war gegen die Walliser gesperrt und fehlte im Stade de Tourbillon an allen Ecken und Enden.

Zünglein an der Waage

Gegen Lausanne geht es für den FC Aarau in erster Linie darum, Werbung für die zwei verbleibenden Heimspiele gegen die Grasshoppers am Samstag, 10. Mai, und gegen den FC Basel am Donnerstag, 15. Mai, zu machen. Alfred Schmid wünscht sich zum Saisonabschluss noch zwei Spektakel. «Es wäre schön, wenn gegen GC und Basel jeweils 8000 Zuschauer ins Brügglifeld kämen», sagt der Präsident des FC Aarau. «Vielleicht spielt der FC Aarau im Kampf um die Meisterschaft ja sogar noch das Zünglein an der Waage. In der Vorrunde haben wir Basel an den Rand einer Niederlage gebracht. Und im Letzigrund konnten wir GC in der Rückrunde 2:1 geschlagen.»

Und welchem Klub wünscht Schmid den Titel? GC oder Basel? «Schwierig zu sagen», sagt der Vereinsverantwortliche. «Die Basler haben den Schweizer Fussball im internationalen Geschäft in den vergangenen Jahren sehr gut vertreten. Zur Abwechslung wäre es aber auch schön, wenn GC Meister würde. Verdient hätten es sicherlich beide Mannschaften.»

Tugenden wie Ehre und Stolz

Für den FC Aarau geht es zum Abschluss der Saison um Tugenden wie Ehre und Stolz. Es geht aber auch um Geld. In dieser Meisterschaft war das Brügglifeld zweimal ausverkauft. Mehr als 8000 Zuschauer sahen in der zweiten Runde den glanzvollen 4:2-Sieg gegen Luzern. Und beim 1:1 gegen Basel in der Vorrunde wurde das ausverkaufte Kleinstadion zu einem Hexenkessel. Der Finanzchef durfte sich jeweils über einen Nettogewinn von rund 60 000 Franken freuen. Gegen GC und Basel könnte sich dieses Szenario durchaus wiederholen. Zweimal 60 000 Franken sind 120 000 Franken: Wie wäre es, wenn die FCA-Führungscrew mit diesem Geld einen Wunschspieler von Weiler verpflichten würde?