Fussball
Führt Renfer Wohlen auch heute auf die Siegesstrasse?

Die Hoffnungen von Wohlen im Fernsehspiel gegen Chiasso von heute Abend ruhen in erster Linie auf dem neuen, 33-jährigen Mittelstürmer Pascal Renfer. Er ist für die Wohlener ein Glücksfall.

Ruedi Kuhn
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So will man Pascal Renfer (rechts) sehen: Entschlossen im Abschluss.awa

So will man Pascal Renfer (rechts) sehen: Entschlossen im Abschluss.awa

Hat sich Wohlens Challenge-League-Verantwortlicher René Meier etwas in den Kopf gesetzt, dann zieht er es meistens durch. Klappt ein Transfer nicht auf Anhieb, bleibt er am Ball. Der Notar nahm vor zwei Jahren erstmals Kontakt mit Pascal Renfer auf. Obwohl es zu keinem Vertragsabschluss kam, telefonierten die Beiden danach in regelmässigen Abständen. Dass der 33-jährige Stürmer beim FC Wohlen während der vergangenen Winterpause einen Vertrag bis 2012 unterschrieben hat, ist kein Zufall. Hartnäckigkeit zahlt sich im Profifussball meistens aus.

Für den Freiämter Challenge-League-Klub ist die Verpflichtung von Renfer ein Glücksfall. Was die Offensive betrifft, ist das Kader der ersten Mannschaft nämlich nicht mit grossen Namen bestückt. Routinier Piu und Talent Benjamin Stauber laborieren seit geraumer Zeit an Verletzungen. Adan Rebronja und Altin Osmani bemühen sich zwar, kommen aber nicht so richtig auf Touren. Bleibt als Hoffnungsträger der aufstrebende Nenad Bijelic. Der grosse Kämpfer und Läufer ist die Entdeckung dieser Saison und hat erst noch Steigerungspotenzial.

Bei Wohlen Karriere neu lancieren

Zurück zu Renfer, der seine Karriere bei Wohlen neu lancieren will. Der Seeländer hat eine achtmonatige Leidensgeschichte hinter sich. Vor einem Jahr zog er sich im Spiel zwischen Lugano und Vaduz einen Muskelfaserriss zu. Weil sich der Heilungsprozess verzögerte, verlor er bei den Tessinern den Stammplatz. Als er endlich wieder fit war, liess ihn Trainer Marco Schällibaum meistens auf der Ersatzbank schmoren. So entschloss sich Renfer im Spätherbst letzten Jahres, den Spitzenklub der zweithöchsten Spielklasse zu verlassen. Der Vertrag wurde in beidseitigem Einvernehmen aufgelöst.

Der FC Wohlen ist für ihn nach eigener Aussage nicht nur eine Zwischenstation. Sein Ruf als Goalgetter konnte er bis jetzt allerdings nicht unter Beweis stellen. Den Grund für die Ladehemmung kennt Wohlens Nummer 33. Er sagt: «Mir fehlt die Spielpraxis. Um in Schwung zu kommen, brauche ich Einsätze. Die aktuelle Situation ist eine grosse Herausforderung.» Man darf gespannt sein, ob der Treffer zum 3:0 gegen Biel den Knoten platzen lässt. Noch schraubt der Stürmer die Hoffnungen nicht allzu hoch. «Natürlich hat mein erstes Tor für Wohlen gut getan», so Renfer, «Jetzt muss ich den Aufwärtstrend bestätigen.» Dass er sich beim FCW wohl fühlt, hat nicht nur mit Fussball zu tun. Das hängt auch damit zusammen, dass er mit seiner Tessiner Freundin Izamara in Mellingen ein nettes Zuhause gefunden hat.