Serie Lenzburg Hurricanes

„Für uns zählt nur die Vorwärtsstrategie, denn Stillstand bedeutet Rückschritt»

Hurricanes-Spielertrainer Daniel Maurer beobachtet aufmerksam das Spielgeschehen.

Hurricanes-Spielertrainer Daniel Maurer beobachtet aufmerksam das Spielgeschehen.

Seit Januar trainieren die Lenzburg Hurricanes leidenschaftlich für den 1.-Liga-Saisonstart. Daniel Maurer, Spielertrainer und Präsident des Inlinehockeyvereins, spricht über Zufriedenheit im Sport, das Trainingscamp, den Ausgang und den Tag danach.

Daniel Maurer, während des Trainingswochenendes betonten Sie mehrmals, dass man im Sport nie zufrieden sein darf.

Daniel Maurer: In der Tat, man darf nie zufrieden sein, sonst geht es sofort bergab. Ich selbst sage den Jungs auch höchst selten, dass ich mit ihrer Leistung zufrieden bin. Als ich es beispielsweise nach einem hervorragenden Drittel trotzdem einmal ausgesprochen habe, lehnte sich das Team daraufhin zurück und spielte deutlich unter seinem Niveau.

Passt folglich das Motto "Stillstand ist Rückschritt" zu Ihrer Person?

Absolut. Sowohl als Trainer wie auch als Vereinspräsident. Es zählt nur die Vorwärtsstrategie. Wenn ich mit meiner Mannschaft beispielsweise aufsteige, dann würde ich am liebsten bereits am Folgetag wieder trainieren und am nächsten Ziel arbeiten.

Teilt Ihr Team Ihre Einstellung oder sind die Spieler vielleicht eher genervt ab ihrem Grundsatz?

Es sind wahrscheinlich nicht ganz alle so extrem in der Einstellung. Genervt sind sie vermutlich nicht, höchstens sie verstecken es sehr gut (lacht), aber sie ziehen vielleicht nicht immer so mit, wie ich mir das erhoffe. Genau da will ich meine Jungs abholen. Bei einem geht das besser, beim anderen weniger. Manchmal ist es auch verständlich, dass man in diesem Bereich nicht immer so Gas geben kann. Man hat schliesslich auch noch andere Situationen, die einem im Leben fordern. Im Endeffekt ist es ja immer noch ein Hobby. Grundsätzlich sage ich aber, dass wenn einer dabei ist, muss er auch bereit sein, hart zu arbeiten.

Apropos hart arbeiten, am Trainingsweekend fokussierte sich der ganze Verein auf den anstehenden Saisonstart. Wo setzt man an solch einem Vorbereitungscamp die Schwerpunkte?

Der Vorteil ist, dass wir die vielen Einheiten in einen ziemlich kleinen Zeitrahmen packen können. Das heisst ich versuche dabei alles abzudecken. Neben den Basisübungen hat man auch Zeit für spezielle Spielauslösungen oder längere taktische Besprechungen. Man will sich dabei natürlich den Feinschliff für den Saisonstart, der schon bald vor der Türe steht, geben. Es gelingt allerdings nicht immer. Ich habe stets das Gefühl, dass wir ein bisschen hinterherhinken. Mein Wunsch wäre ein weiteres Trainingsweekend, damit man an allem sauber weiterarbeiten kann.

Solch ein Trainingsweekend wird wohl auch für das Team-Building einen sehr grossen Stellenwert haben?

Auf jeden Fall. Auch dass wir an beiden Abenden zusammen in den Ausgang gehen, fördert den Teamcharakter. Das ist immer gemütlich. Ein paar Spieler gehen dann früher, ein paar bleiben länger sitzen, das hat sich gut eingependelt. Jeder kann diesbezüglich frei handeln. Ich muss allerdings anfügen, dass ich am anderen Morgen keinem erlaube, länger im Bett liegen zu bleiben. Da gibt es keine Ausreden.

Die letzte Vorbereitungspartie gegen Red Rocks Rothenfluh ging 5:11 verloren. Was für einen Gesamteindruck hatten Sie nach diesem Spiel von Ihrer Mannschaft?

Natürlich darf man gegen einen Gegner, der in der Nationalliga B zwischen dem Mittelfeld und Spitze pendelt, mit diesem Score verlieren. Die Art und Weise der Niederlage war gleichwohl nicht zufriedenstellend. Hätten wir unser bestes Hockey gezeigt, dann wäre es möglich gewesen, dieses Spiel mit nur 8:10 zu verlieren bzw. die Sache engzuhalten. Dies war an diesem Tag allerdings gar nicht möglich. Wir spielten in den ersten zehn Spielminuten gut, fielen dann aber nach einem Gegentor aus der Bahn. Ich versuchte das Team zwar nochmals zu wecken, doch der Funken wollte nicht überspringen.

Eine Vorbereitungspartie gegen Oensingen wurde kurzfristig abgesagt. Inwiefern beeinflussen diese fehlenden 60 Spielminuten den Saisonstart?

Für mich ist eine Einschätzung im Moment schwierig. Wenn wir die Lehren aus dem letzten Testspiel ziehen - also physischer und vor allem konzentrierten spielen - dann hat dies keinen grossen Einfluss. Wenn wir uns allerdings weiter auf dem jetzigen Niveau bewegen, dann werden wir bereits in der Anfangsphase der Meisterschaft Mühe haben. Bekanntlich ist es so, dass sich ein harziger Saisonstart auf die ganze Saison auswirkt.

Die Antwort scheint eigentlich schon auf der Hand zu liegen, doch sind Sie gesamthaft trotzdem zufrieden mit dem Verlauf des Trainingsweekends?

Ich bin zufrieden, weil an diesem Wochenende gearbeitet worden ist. Nicht nur die 1. Mannschaft, sondern der ganze Verein. Es ist immer wichtig, dass sich auch niemand grob verletzt. Insgesamt war es also gut und es herrschte vor allem ein konzentriertes Arbeitsklima.

Inlinehockey - ein Besuch abseits des Breitensports. Im Rahmen einer Maturaarbeit begleitet Calvin Stettler die Inlinehockeyaner der Lenzburg Hurricanes. Während der ganzen Saison (März bis Oktober) erscheinen an dieser Stelle Artikel rund um den Aargauer Erstligisten. Alle bereits publizierten Artikel können Sie als Links ansehen.

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