Nach dem 1:1 des FC Aarau in Lausanne spricht Olivier Jäckle Klartext. «Vor drei, vier Wochen hätten wir dieses Spiel wohl noch verloren», sagt er. «Damals war die Unsicherheit innerhalb der Mannschaft nämlich gross. Die Niederlagen in den Heimspielen gegen Kriens und Chiasso warfen uns ziemlich aus der Bahn. Im Cup gegen Xamax und in der Meisterschaft gegen Lausanne gab es zuletzt einen deutlichen Aufwärtstrend. Wir zeigten spielerisch und kämpferisch gute Ansätze.»

Es ist klar, dass sich Jäckle Gedanken zur Krise des FC Aarau mit sechs Niederlagen in Folge gemacht hat. «Im Umfeld des Klubs herrschte vor der Saison eine grosse Euphorie», sagt er. «Die ‹Aargauer Zeitung› trug diese Euphorie auch noch in die Öffentlichkeit hinaus. Vor dem ersten Spiel gegen Servette wurde ich das Gefühl nicht los, dass der FC Aarau klarer Favorit ist. Der Optimismus kannte keine Grenzen. Wir haben die Ziele immer vorsichtig formuliert, aber die Begeisterung gewann Oberhand und alle liessen sich davon anstecken. Die Genfer hingegen waren einer der Aufstiegsfavoriten. Die Genfer hingegen waren einer der Aufstiegsfavoriten. Natürlich war das 0:2 gegen Servette ein Dämpfer. Jedenfalls hat es eine negative Serie ausgelöst. Und», fügt Jäckle hinzu, «nach der Niederlage im Brügglifeld in der dritten Runde gegen Aufsteiger Kriens wuchs die Unsicherheit innerhalb der Mannschaft. Es kann sogar sein, dass vor allem bei den jungen Spielern Zweifel aufkamen. Der Tiefpunkt war das 1:2 gegen Chiasso. Wir wussten genau, dass es so nicht weitergehen konnte. Jeder Spieler hinterfragte sich kritisch und versuchte, die Lehren aus den Fehlern zu ziehen. Langsam, aber sicher ging es aufwärts. Der Punktgewinn in Lausanne gibt uns Mut und Selbstvertrauen. Aber es ist klar, dass wir diese Leistung im Heimspiel gegen Schaffhausen bestätigen müssen.»

Fussball macht ihm wieder Spass

Der FC Aarau macht momentan schwierige Zeiten durch. Schwierige Zeiten waren es in den vergangenen zwei Jahren aber auch für Olivier Jäckle. Das Verletzungspech war während dieser Zeit ein hartnäckiger Begleiter. Jäckle hatte Schmerzen in der Rückengegend. Eine Entzündung, die in den rechten Oberschenkel ausstrahlte, machte ihm immer und immer wieder zu schaffen. Sie liess ihn einfach nicht los. «Ich konnte meinen rechten Fuss zwar belasten, spürte aber dauernd ein Ziehen im Oberschenkel», sagt er. «Ich war gehemmt, ja blockiert und konnte mein Leistungspotenzial nicht abrufen.»

Glücklicherweise sind die Schmerzen im Rücken und im Oberschenkel seit kurzer Zeit weg. Jäckle ist sichtlich erleichtert. Ihm macht der Fussball wieder Spass. «Dass ich zuletzt dreimal in Folge in der Startformation stand, ist ein guter Anfang», sagt er. «Diese Spiele haben mir geholfen, in den Rhythmus zu kommen.»

«Oli wäre Schreiner geworden – mit diesen zwei Holzfüssen!»

  

Rahmen vertraut Jäckle

Dass Patrick Rahmen an Jäckle glaubt, kommt dem früheren Junior vom Team Aargau entgegen. «Olivier hat zweifellos Qualitäten», sagt der Trainer des FC Aarau. «Diese Qualitäten hat er in seiner besten Zeit unter der Führung von Trainer René Weiler unter Beweis gestellt. Während der Aufstiegssaison 2012/13 und in der Super-League-Saison 2013/14 zählte Olivier zu den Teamstützen. Dass er in den vergangenen zwei Jahren nicht mehr auf dem gleich hohen Level spielen konnte, hängt in erster Linie mit dem Verletzungspech zusammen.»

Rahmen steht voll und ganz hinter Jäckle. Der Trainer weiss, dass er den 25-jährigen Mittelfeldspieler sowohl in der Innenverteidigung als auch im zentralen Mittelfeld einsetzen kann. Gegen Lausanne bildete Jäckle zusammen mit Elsad Zverotic das zentrale Mittelfeld. Die Zwei ergänzen sich nach Ansicht des Trainers auf den Sechserpositionen ideal. Jäckle ist für das spielerische Element zuständig, soll die Übersicht haben und die Bälle verteilen. Zverotic soll so etwas wie der Fels in der Brandung sein.

Bleibt die Frage, wohin der Weg von Olivier Jäckle führen wird. Vor dieser Saison verlängerte er seinen Vertrag mit dem FC Aarau bis 2020. Der feine Techniker ist der Beweis dafür, wie unberechenbar der Fussball ist. Wie schnell es aufwärts, wie schnell es aber auch abwärts geht! Gegen Schaffhausen will Jäckle seinen Teil dazu beitragen, dass der FC Aarau gut vier Monate nach dem Erfolg im Heimspiel gegen Vaduz (4:1) endlich wieder auf die Siegesstrasse zurückkehren wird. «Der FC Aarau muss möglichst schnell aus dem Tabellenkeller kommen», sagt er. «Ich will mithelfen, dieses Ziel zu erreichen.»