Zuerst war er nicht da, dann kam er in den Testspielen nicht zum Einsatz und jetzt fehlt er schon wieder. Die Rede ist von Joël Kiassumbua. Der 25-jährige Torhüter will den FC Wohlen unbedingt verlassen und zu einem höherklassigen Klub wechseln.

Nach fünf Jahren im Freiamt ist für Kiassumbua die Zeit gekommen, den nächsten Schritt zu machen. Er hat sich beim FC Wohlen vom Talent mit dem U17-Weltmeistertitel von 2009 mit der Schweiz im Palmarès zum Stammtorhüter entwickelt. Nach drei Saisons als Nummer 1 gibt es für Kiassumbua in Wohlen nichts mehr zu holen.

Der schweizerisch-kongolesische Doppelbürger hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er auch im Nationalteam der Demokratischen Republik Kongo unbedingt die Nummer 1 im Tor sein will – und dafür muss er nun den nächsten Schritt machen. Zumal, wenn er beim Afrika Cup 2019 als Starter zwischen den Pfosten stehen will. Stammtorhüter in einem Challenge-League-Klub zu sein, hat nun einmal keine übermässige internationale Ausstrahlung.

Kehrt Kiassumbua dem Niedermatten den Rücken zu?

Kehrt Kiassumbua dem Niedermatten den Rücken zu?

Die erste Trainingswoche des FC Wohlen verpasste Kiassumbua, weil er mit der Nationalmannschaft unterwegs war. In den vergangenen Tagen musste er das Training krankheitshalber ausfallen lassen. «Deshalb kam Joël bisher in keinem Testspiel zum Einsatz», sagt sein neuer Trainer Ranko Jakovljevic. Er nimmt damit den Spekulationen, dass Kiassumbua bewusst auf Testspieleinsätze verzichte, den Wind aus den Segeln.

«Ob uns Joël verlassen wird, wissen wir noch nicht. Aber solange er in unserem Kader steht, rechne ich mit ihm.»

Ranko Jakovljevic:

«Ob uns Joël verlassen wird, wissen wir noch nicht. Aber solange er in unserem Kader steht, rechne ich mit ihm.»

«Ob uns Joël verlassen wird, wissen wir noch nicht. Aber solange er in unserem Kader steht, rechne ich mit ihm», sagt Jakovljevic. Ähnlich klingt es bei Klubpräsident Lucien Tschachtli: «Wir haben weder von seinem Agenten noch von Joël selber etwas gehört», sagt er. «Sollte er aber eine Chance bei einem anderen Klub erhalten, werden wir bestimmt eine Lösung finden, die für alle Beteiligten stimmt», gibt Tschachtli zuversichtlich und gelassen zu Protokoll. Kiassumbua selber war für die «Schweiz am Wochenende» nicht erreichbar.

Vorteil Tahiraj und Hofer

Einen Grund, nervös zu werden, gibt es für die Verantwortlichen in Wohlen auch nicht. Mit dem routinierten Flamur Tahiraj (30), der Kiassumbua immer wieder glanzvoll vertrat und für ganz kurze Phasen sogar verdrängte, und dem talentierten Yanick Hofer (20) steht ein gutes Goalie-Duo bereit. Das sieht auch Jakovljevic so: «Ich mache mir keine Sorgen. Auf der Torhüterposition haben wir genug Qualität.»

Flamur Tahiraj und Yanick Hofer sind laut ihrem Trainer Jakovljevic im Vorteil.

Flamur Tahiraj und Yanick Hofer sind laut ihrem Trainer Jakovljevic im Vorteil.

Und weil Kiassumbua erst eine der bisherigen drei Wochen der Wohler Saisonvorbereitung mitgemacht hat, haben Tahiraj und Hofer auch in Sachen Nummer 1 für die kommende Saison die Nase vorne: «Es kann immer schnell gehen, aber aktuell sind die beiden sicher im Vorteil», sagt Jakovljevic. Sollte Kiassumbua am Ende doch in Wohlen verbleiben, wird ihm die Nummer 1 kaum geschenkt werden.