Seit nunmehr 25 Jahren ist der TV Endingen ununterbrochen in der Nationalliga vertreten. In diesem Vierteljahrhundert durfte der kleine Dorfklub schon mehrere Aufstiege feiern und musste auch schon einige Abstiege hinnehmen. Während dies bei anderen Vereinen zu einem veritablen Exodus der Spieler führt und das Budget jeweils massiv aufgestockt oder redimensioniert wird, lief beim TV Endingen jeweils alles immer wie gewohnt weiter.

Diesmal ist das nicht der Fall. Jedoch nicht aus Panik oder Enttäuschung, weil der Aufstieg verpasst wurde, sondern gewollt und bereits vor Weihnachten geplant: Trainer Zoltan Cordas verlässt nach sieben Jahren den TV Endingen. Er wird nächste Saison den Ligakonkurrenten aus Möhlin trainieren. Den gleichen Weg nimmt Goalietrainer Martin Pauli. Und Assistenztrainer Claude Bruggmann nimmt sich eine Auszeit.

«Das wollten wir so», betont Christian Villiger von der Endinger Handball GmbH. «Wir haben einen Schnitt angestrebt», erklärt der ehemalige Goalie. Ab der Vorbereitung im Juni werden die ehemaligen Spieler Michael Spuler, der bereits mehrmals an der Seitenlinie einsprang, und Fabian Ammann die Geschicke von der Bank aus leiten.

Goalieposition offen

Beim Kader hingegen wird sich wenig tun. Die Mannschaft nimmt in praktisch derselben Formation einen erneuten Anlauf in der NLB – wo es nach dem Abstieg des HSC Suhr Aarau wieder fünf Konkurrenten aus dem Kanton geben wird. Mit Armin Sarac, dem Sohn des ehemaligen Endinger Spielertrainers Samir Sarac, kommt ein grossgewachsener Rückraumspieler hinzu. Sarac Junior ging auch schon für Suhr und den TV Zofingen auf Torejagd.

Noch offen ist die Zukunft der Basler Brüder Severin und Sebastian Kaiser. Was bleiben wird, sind die treuen Fans, die in Stäfa wieder sehr zahlreich für Hühnerhautatmosphäre sorgten. Der Zuschauerschnitt war nochmals deutlich höher als in den vergangenen beiden Jahre. Und sie werden auch nächste Saison in der NLB wieder lautstark dabei sein und die junge Mannschaft bedingungslos anfeuern.

Noch abwarten muss man die Entwicklung auf der Goalieposition: André Willimann war die letzten Wochen verletzt. Er hofft aber, die Vorbereitung auf die neue Saison wieder in Angriff nehmen zu können. In der Barrage gegen Stäfa prallte Dario Ferrante unglücklich mit einem Gegenspieler zusammen und verletzte sich am Knie. Erste Abklärungen haben ergeben, dass sowohl das Kreuzband als auch das Innenband lädiert sind.

Es fehlte die Konstanz

Wenn für das junge hoffnungsvolle Goalietalent eine Operation ansteht, wird er länger ausfallen. Da die Position des Torhüters im modernen Handball immer zentraler wird, müssen die Verantwortlichen bei Endingen diese Personalie in der Sommerpause sicherlich nochmals überdenken.

Endingen spielte eine starke Saison, für den Aufstieg fehlte aber auch die nötige Konstanz. Zudem konnte man die Big Points nicht einfahren. Sowohl gegen Basel als auch Stäfa vermochten die Surbtaler nicht zu reüssieren. «Wir haben drei Mal Blödsinn gespielt und das hat uns die Meisterschaft gekostet», bringt es Trainer Zoltan Cordas in seiner gewohnten Art kurz und knackig auf den Punkt.

Damit meint er natürlich sowohl die Partien gegen den Aufsteiger vom Rheinknie als auch die Barrage, aber auch die unnötige Niederlage gegen Chênois. Nach sieben Jahren wird Cordas jetzt den TV Endingen verlassen. «Aber ich bleibe in der Region und diese Zeit kann und will ich nicht einfach ausradieren», deutet er an, dass er mit dem Herzen auch etwas im Surbtal bleiben wird.