Für die Installation einer neuen Flutlichtanlage holte der FC Wohlen fünf Offerten ein. Bei einer Offerte war guter Rat teuer. Zu teuer! Die Luxusvariante hätte nämlich 1,8 Millionen Franken gekostet.

Sie hatte also keine Chance. Die billigste Offerte belief sich auf 300 000 Franken. Sie kam aus China, war allerdings alles andere als das Gelbe vom Ei und fiel deshalb ebenfalls schnell ausser Rang und Traktanden.

Drei waren noch übrig

So blieben noch drei Offerten, die jeweils an die 500 000 Franken kosteten. Sie wurden vom vierköpfigen Komitee mit Ehrenpräsident René Meier, dem früheren Wohler Bauverwalter Werner Mäder, dem Architekten und ehemaligen FCW-Präsidenten Andy Wyder und dem neuen Vereinspräsidenten Alp Gürsu eingehend geprüft.

Jetzt ist ein Entscheid gefallen. Die entsprechende Offerte mit einem Kostenpunkt von rund 460 000 Franken wird der Swiss Football League (SFL) in den nächsten Tagen zugeschickt. Gibt die Liga grünes Licht, gehen die Klubverantwortlichen des FC Wohlen an die Finanzierung.

Mit Rat und Tat

Was die Bearbeitung und Auswahl der Offerte der Flutlichtanlage betrifft, stand dem FC Wohlen vor allem Alp Gürsu mit Rat und Tat zur Seite. Der 44-jährige Schweizer mit türkischen Wurzeln kennt sich im Fussball aus:

Er war Spieler und Trainer, zählt seit 2015 zum Vorstand des FC Wohlen 1904 und wurde Ende Oktober zum neuen Vereinspräsidenten gewählt. Und wie es der Zufall so schön will, ist Gürsu Betriebsleiter einer Firma, die sich mit Projekten und Installationen von Beleuchtungs- und Flutlichtanlagen beschäftigt.

«Licht ins Dunkel bringe»

«Es ist tatsächlich so, dass ich in meiner Tätigkeit die Menschen erhelle und Licht ins Dunkel bringe», erklärt Gürsu. «Eines aber muss ich gleich vorwegnehmen. Meine Firma hat keine Offerte für die neue Flutlichtanlage im Stadion Niedermatten eingereicht. Aber», fügt Gürsu hinzu,

«aufgrund meiner langjährigen Erfahrungen mit entsprechenden Anlagen konnte ich bei der Auswahl der Offerte und der Detailplanung den einen oder andern Input geben. Es gibt ein völlig neues Lichtkonzept mit weit mehr als den bisherigen vier Masten.»

Zuerst muss die Bestätigung eingeholt werden

Zurück zur Finanzierung: Akzeptiert die SFL die eingereichte Offerte, muss der FC Wohlen erst einmal das benötigte Geld für die Bauarbeiten und Installationen sicherstellen.

Dabei hofft der Freiämter Challenge-League-Klub auch auf einen Beitrag der Einwohnergemeinde Wohlen, die Eigentümerin des Stadions Niedermatten ist. Ein entsprechendes Gesuch für eine sechsstellige Summe wird in nächster Zeit eingereicht.

Die Chancen stehen 50 zu 50

Was den Fahrplan der zirka zwei Monate dauernden Bau- und Installationsarbeiten betrifft, werden diese wohl frühestens im März/April des kommenden Jahres über die Bühne gehen.

Erst dann wird man auch wissen, ob der FC Wohlen überhaupt einen Lizenzantrag für die Challenge-League-Saison 2018/19 einreichen wird oder nicht.

Wenn ja, wird die Beleuchtungsanlage gebaut. Wenn nein, wird sie nicht gebaut. Die Chancen? In etwa 50 zu 50!