Ausgerechnet Sven Lüscher: Ausgerechnet der Spieler also, der im Sommer 2008 mit hohen Erwartungen vom SC Kriens zu den Young Boys wechselte.

Den Durchbruch schaffte Lüscher bei den Bernern allerdings nicht. Er konnte sich jedenfalls keinen Stammplatz erkämpfen. Nach zwölf Spielen und nur einem Torerfolg war Schluss mit Lustig. Bereits im Januar 2009 trennten sich die Wege von YB und Lüscher: Der Mann des ruhenden Balls nahm einen neuen Anlauf und wechselte von den Bernern in die Challenge League zum FC Winterthur.

Sven Lüscher eliminiert YB im Alleingang

Sven Lüscher eliminiert YB im Alleingang

Eine Genugtuung

Und nun spielt Lüscher also beim FC Aarau. Und wird immer besser: Dank den Saisontoren Nummer fünf und sechs führte der Mittelfeldspieler den Super-League-Aufsteiger gegen die Young Boys zum 2:1-Sieg.

War das fünf Jahre nach dem Intermezzo bei YB nun also die späte Rache? Lüscher schmunzelt und sagt: «Na ja, Rache ist vielleicht etwas hart ausgedrückt, aber eine Genugtuung ist es für mich ganz bestimmt. Ich komme tatsächlich immer besser in Fahrt. Es geht aber nicht in erster Linie um meine Gemütslage sondern um das Erfolgserlebnis für die Mannschaft. Schliesslich gewinnen und verlieren wir als Team.» Grosse Worte: Und wie erklärt sich Lüscher seine aufsteigende Formkurve? «Langsam, aber sicher gewöhne ich mich an das höhere Tempo und die höhere Intensität», erklärt der 30-Jährige. «Aber mal ganz ehrlich - gegen Ende des Spiels musste sogar ich etwas beissen ...»

Ohne Druck ins letzte Viertel

Angesprochen auf die zwei Tore von Lüscher geizte natürlich auch René Weiler nicht mit Lob. «Lüscher lässt momentan wirklich Taten sprechen, sagte der Trainer des FC Aarau. «Er springt mehr und mehr für Davide Callà und Remo Staubli in die Bresche.» Mit elf Assists ist Lüscher beim FC Aarau in dieser Saison der mit Abstand beste Vorbereiter. Wird er jetzt womöglich noch zum grossen Goalgetter?

Eines steht fest: Der FC Aarau hat sich neun Runden vor Schluss aller Abstiegssorgen entledigt und kann ohne Druck ins letzte Viertel der Meisterschaft gehen. Dennoch gibt einen kleinen Wermutstropfen: Der immer stärker spielende Linksverteidiger Kim Jaggy ist nach der vier gelben Karte in St. Gallen gesperrt. Des einen Freud, des andern Leid: Jaggys Zwangspause könnte die Chance von Bruno Martignoni sein.