FC Aarau
Frustbewältigung mit Juan Pablo Garat

Der FC Aarau verliert gegen den FC Thun trotz Führung mit 1:4. Der Innenverteidiger Juan Pablo Garat versuchte sich nach einer strittigen Entscheidung zu seinem Ungunsten zehn Minuten vor Schluss in Frustbewältigung.

Patrick Haller
Drucken
Teilen
Aaraus Innenverteidiger Juan Pablo Garat sieht die rote Karte

Aaraus Innenverteidiger Juan Pablo Garat sieht die rote Karte

Zehn Minuten vor dem Schlusspfiff schreitet Innenverteidiger Juan Pablo Garat zur persönlichen Frustbewältigung. Der Argentinier stoppt den Thuner Flügelspieler Adrian Nikci mit einem taktischen Foulspiel der plumpen Sorte, so dass dem Schiedsrichter Pascal Erlachner nichts anderes übrig bleibt, als die Ampelkarte zu zücken.

«Diese Verwarnung war richtig», wusste Aaraus Cheftrainer René Weiler zu bemerken. Und auch Garat wusste dies wohl selbst, der dem Unparteiischen nach dem Ausschluss noch einige Worte an den Kopf warf, um den Tatort schliesslich schnellen Schrittes zu verlassen.

Garats Ärger bezog sich jedoch auf eine Situation, welche sich zehn Minuten vor seinem Gang unter die Dusche ereignet hatte. In der 70. Minute war eine Intervention des Argentiniers mit einer (ersten) gelben Karte sanktioniert worden, auch wenn «es keine Verwarnung war», wie Garat nach dem Abpfiff erstaunlich gefasst zu Protokoll gab.

Enrico Schirinzi lässt sich nach dem 2:1-Führungstreffer von Christian Schneuwly und Luca Zuffi feiern
8 Bilder
Lars Unnerstall hatte beim 1:4-Schlussresultat wenig auszurichten
Die Thuner jubeln über die Führung
Daniel Gygax, links, schiesst das 1:0 für den FCA gegen Thun
FCA-Trainer René Weiler, rechts, lacht mit Thun-Trainer Urs Fischer Nach dem Spiel dürfte dem FCA-Trainer das Lachen vergangen sein, sein Team verliert 1:4
Luftkampf Artur Ionita, links, gegen den Thuner Olivier Jaeckle
FC Aarau spielt auf dem Brügglifeld gegen Thun
Stephan Andrist, links, gegen Reinmann

Enrico Schirinzi lässt sich nach dem 2:1-Führungstreffer von Christian Schneuwly und Luca Zuffi feiern

Keystone

Er sei sich bewusst, dass er mit seiner aggressiven Spielweise auch gewisse Risiken eingehe, doch diese Aktion am eigenen Strafraum sei nicht regelwidrig gewesen. Dies war eine berechtigte Sichtweise, weil Garat in der besagten Situation auch den Ball gespielt hatte.

Vielleicht wäre der Ärger auch rasch wieder verflogen gewesen, wenn dieses vermeintliche Foulspiel nicht zu einem Freistoss geführt hätte, den die Thuner in Person von Enrico Schirinzi zur 2:1-Führung nutzten.

Und so brach der aufgestaute Frust einige Zeigerumdrehungen später aus dem Gaucho heraus - über die vorgängige Entscheidung des Schiedsrichters, über das Auslassen der eigenen Torchancen und über das fehlende Quäntchen Glück, das die Aarauer bei drei Pfostenschüssen zu beklagen hatten.

Auch die solide Defensivleistung einer kaum zu überwindenden Innenverteidigung in der ersten Stunde der Begegnung war somit nichtig geworden, so dass Juan Pablo Garat sinnbildlich für den Aarauer Frustabbau stand.

Auch Daniel Gygax, der den Führungstreffer für die Hausherren erzielt hatte, sprach von einem «bitteren Spielverlauf», nachdem sie alles im Griff gehabt hätten. «Wir besassen genügend Chancen, waren aber nicht kaltblütig genug», sagte der 32-jährige Neuzugang, der die Nomination als einzige Sturmspitze im System von René Weiler mit grossem Einsatzwillen wahrnahm.

Natürlich sei es ein «schönes Gefühl» gewesen, bei der Rückkehr ins Brügglifeld sogleich ein Tor zu erzielen. Aber es war Gygax anzusehen, dass er seinen ersten Treffer im FCA-Trikot nach über zwölf Jahren nur allzu gerne gegen drei Punkte eingetauscht hätte.

Aktuelle Nachrichten