Geräteturnen

Frühaufstehen für den Medaillentraum – die besten Aargauer Turnerinnen sind bereit für die Schweizer Meisterschaften

Am Wochenende finden in Bern die Schweizer Mannschaftsmeisterschaften statt. Acht Aargauer Frauen-Teams turnen um die Medaillen.

Draussen ist es noch dunkel. Nur in der Turnhalle Rüsler in Niederrohrdorf brennt schon Licht. Es ist Samstagmorgen, 7 Uhr. Während andere noch tief schlafen, treffen sich die besten Geräteturnerinnen des Kantons Aargau bereits jetzt. Leises Gemurmel ist zu hören. Die rund 60 Athletinnen kennen sich gut aus den monatlichen Kadertrainings.

An diesem Samstag steht etwas besonders auf dem Programm: die Hauptprobe für die Schweizermeisterschaften (SM). In Bern werden am Wochenende insgesamt acht Aargauer Frauen-Teams den Kanton vertreten. Umso wichtiger sind die gemeinsamen Trainings für die Athletinnen aus verschiedenen Vereinen.

«Dies ermöglicht den Athletinnen, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und von anderen Trainerinnen als im gewohnten Umfeld des eigenen Vereins Tipps zu erhalten», sagt Trainerin Isabelle Zubler.

Nachdem die letzten Turnerinnen eingetroffen sind, wird das Material für die SM verteilt. Dazu gehören ein dunkelblaues, mit Strass-Steinen bedecktes, Turndress, ein weisses T-Shirt, einen Trainierjacke sowie die Akkreditierung für das SM-Gelände in Bern. Dann geht es in die Kabine, bevor das Einturnen für den Vorbereitungs-Wettkampf beginnt.

Der letzte Schliff

Es ist eine besondere Art von Wettkampf an diesem Tag. Er ermöglicht den Turnerinnen, ein letztes Mal vor der SM die Übungen vor einem Kampfgericht zu zeigen und sich mit den Konkurrentinnen zu messen. Zudem erhalten die Turnerinnen, zusätzlich zur Note, nach jeder Übung ein direktes Feedback von den Wertungsrichtern. Es bietet sich die Chance, ein Element nochmals zu turnen und Verbesserungsvorschläge direkt anzuwenden.

«Das ist sehr hilfreich. Dadurch, dass wir die Übung gerade erst beendet haben, wissen wir noch genau, bei welchem Element wir gepatzt haben», sagt K7-Turnerin Geraldine Weber. Alessandra Mancino ergänzt: «Die Korrekturen, die wir erhalten, lassen sich dadurch im nächsten Training viel einfacher umsetzen.»

Bevor der Wettkampf losgehen kann, gibt es bei einigen Turnerinnen ein Problem: «Das ist ja viel zu gross», sagt eine. «Das ist so eng, das platzt doch, wenn ich turne», sagt eine andere. Die Rede ist vom Turndress. Doch wie sich wenig später im Wettkampf herausstellt, sind alle Bedenken unbegründet. Die Athletinnen zeigen an diesem Tag in Niederrohrdorf hochkarätige Übungen an allen vier Geräten (Ring, Sprung, Reck und Boden).

Medaillen als Ziel

Die Übungen für die SM passen also. Ebenso die «Gwändli». Für die Aargauer SM-Verantwortliche Erika Wendel sind die Ziele klar: «Wir streben in allen vier Kategorien (K5, K6, K7 und K Damen; die Red.) die Medaillenränge an. Oder zumindest eine Klassierung in den Top vier.»

Die SM-Regeln besagen nämlich: Alle Kantone, die es unter die Top vier schaffen, dürfen im nächsten Jahr zwei Teams in der jeweiligen Kategorie stellen. Das heisst, 10 Turnerinnen pro Kategorie.

«Im Aargau haben wir viele talentierte und ambitionierte Frauen. Es wäre schade, wenn wir nur fünf von ihnen die Teilnahme an den Schweizermeisterschaften ermöglichen könnten», sagt Wendel.

Ob die Aargauerinnen ihre Chance nutzen, zeigt sich am Wochenende. Zudem qualifizieren sich die besten 40 pro Kategorie für die Einzelfinals vom 18. und 19. November in Luzern.

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