FC Wohlen
Froh über die Rückkehr in die zweite Heimat

Die Never-Ending-Story geht in die dritte Runde. Seit einem Monat ist Mittelfeldspieler José Luis Mamone wieder zurück in der Freiämter Metropole. Der Italo-Argentinier (28) ist dankbar für sein drittes Gastspiel in Wohlen.

Ruedi Burkart
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Hoch über dem Wohler Kirchenkreisel: José Luis Mamone fühlt sich wohl im Freiamt. Fotos: Ruedi Burkart

Hoch über dem Wohler Kirchenkreisel: José Luis Mamone fühlt sich wohl im Freiamt. Fotos: Ruedi Burkart

Aargauer Zeitung

Zurück beim Verein in jenem Dorf, welches für ihn zu einer Art zweite Heimat geworden ist. «Ich bin dankbar dafür, dass mir der FC Wohlen eine Chance gibt, wieder in der Challenge League Fussball zu spielen», sagt er und zieht seinen weissen Schal noch eine Spur enger um den Hals. «Zu Hause haben wir jetzt Sommer und Temperaturen um 36 Grad.»

Schon zweimal stand der Gaucho beim FCW unter Vertrag. Erstmals während zweieinhalb Saisons bis im Dezember 2009 und dann im Saison-Endspurt im vergangenen Frühling. Als die Wohler arg im Abstiegsstrudel steckten, liessen sie ihn kurzerhand aus seiner Heimat Argentinien einfliegen. Dann entschwand der Liebling des weiblichen Wohler Anhangs wieder zurück nach Südamerika. Nicht nur er zerdrückte damals beim Abflug eine Träne.

Freiamt statt Argentinien

Nun ist er also wieder da. Aber warum? «Der FC Wohlen ist für mich zu einer Herzensangelegenheit geworden», so Mamone, «ich bin froh, wieder hier Fussball spielen zu können.» Wenn möglich nicht nur bis zum Ende der laufenden Saison. Denn in seiner Heimat Argentinien läuft politisch vieles nicht rund, die Leute sind arm, das Geld fehlt überall. Als Fussballer seinen Lebensunterhalt zu verdienen im Land des zweifachen Weltmeisters – unmöglich. «Immerhin geht es meinen Eltern gut. Um sie muss ich mir keine Sorgen machen.» Täglich ist er mit seinen Angehörigen per Handy oder E-Mail in Kontakt.

Wohlens Vereinspräsident Andy Wyder hält grosse Stücke auf dem Mittelfeldakteur. «Wir haben José gerne wieder zurückgeholt. Er ist einer von uns geworden.» Der Vertrag ist zwar noch nicht unterschrieben, aber laut Wyder ist dies nur eine Frage der Zeit. «Wir haben alles fixiert.» Spätestens wenn die Mannschaft am 30. Januar ins Trainingslager nach Spanien fliegt, sollen die Unterschriften geleistet werden.

Mamone hat Deutsch gelernt

Dass Mamone mittlerweile ganz ansprechend Deutsch spricht, macht ihm die Integration noch einfacher. «Ich habe in Argentinien Deutsch gelernt und auch in der Schweiz Kurse besucht. Es geht ganz gut.» Noch besser geht es ihm nächsten Monat, wenn seine Freundin Magui aus Argentinien «in die Nähe» (Zitat Mamone) zieht. Nun gut, «in die Nähe» ist relativ. Sie wird im süddeutschen Raum in Karlsruhe eine Stelle antreten. «Aber im Vergleich zu jetzt ist das schon viel angenehmer», schmunzelt Mamone.

Kein Zweifel: Der Mann ist gerne wieder ins Freiamt gekommen. Kalte und neblige Wintertage hin oder her.