Die Lage ist dramatisch: Nach der 0:3-Heimpleite am Mittwoch gegen Sion liegt der FC Aarau zehn Runden vor Saisonschluss abgeschlagen mit sieben Punkten Rückstand auf dem letzten Tabellenrang. Kurz: Der Abstieg naht.

Rolf Fringer - aktueller Trainer des FC-Luzern und Aarau-Meistermacher aus dem Jahr 1993 - blutet angesichts dieser Tatsache das Herz. «Die Situation beim FC Aarau macht mich traurig. Letzten Dezember schlugen wir Aarau 6:0. Diese Niederlage hätte ich dem Verein im Nachhinein gern erspart, dafür zwei Tage später gegen St.Gallen im Cup gewonnen». Die Gründe für die Krise müsse der Traditionsverein allerdings bei sich selbst suchen. «Vor drei Jahren holte die damalige Vereinsführung aus Geldmangel den bereits entlassenen Trainer Komornicki zurück. So stieg die Mannschaft mit geringen Erwartungen in die Meisterschaft, wuchs über sich hinaus und belegte zwei Jahre hintereinander am Ende der Saison Rang 5 - ein Top-Leistung», sagt Fringer.

Hochmut kommt vor dem Fall

Danach glaubten die Verantwortlichen laut Fringer, dass sie allein für den Erfolg verantwortlich seien - dies sei der Anfang vom Ende gewesen. «Die Verantwortlichen wollten die Transfers nicht mehr dem Trainer überlassen, weigerte sich den Leistungsträgern bessere Verträge anzubieten und schoben sie ab», kritisiert Fringer. Darüber hinaus stösst dem Meistertrainer die Art und Weise wie der Club mit Trainer Komornicki umging sauer auf. «Komornicki hatte einen Vertrag mit einer einmonatigen Kündigungsfrist. Der Verein hätte ihn also jederzeit entlassen können. Solche Machenschaften waren in der Vergangenheit nie Aarau-Like, gehören sich nicht und werden bestraft».

Aarau hat noch eine Chance

All diese Fehler zum Trotz betont Fringer, dass der FCA noch lange nicht abgestiegen sei. «Letztes Jahr war ich mit Luzern in einer ähnlichen Situation. Doch die Mannschaft hat Charakter bewiesen und stemmte sich gegen den Abstieg. In letzter Zeit hat man leider den Eindruck, dass sich die Mannschaft des FCA nicht mit leitzter Konsequenz gegen die Challenge League wehrt». Im Gesprächt mit «a-z.ch» zeigt sich, wie sehr Fringer mit Aarau verbunden ist. Allerdings schliesst er eine Rückkehr als Retter in der Not aus. «Vielleicht kehre eines Tages zurück. Im Fussball kann man das nie sagen». Einen Tipp möchte Fringer Aarau im Abstiegskampf aber noch auf den Weg geben: «Es lohnt sich gegen den Abstieg anzukämpfen. Es ist einfacher die Klasse zu halten, als wieder aufsteigen zu müssen». Sollte Aarau die Klasse doch nicht halten, ist das für Fringer kein Weltuntergang. «Manchmal ist ein Abstieg die Chance für einen erfolgreichen Neubeginn - wie dies bei St.Gallen der Fall war». Sein Wort in den Ohren der Fusballgötter.