Schwimmen
Fricktaler Top-Schwimmer Yannick Käser macht Jagd auf die 134,9 Sekunden

Olympia-Teilnehmer Yannick Käser aus dem Fricktal hat die WM-Qualifikation bisher verpasst. An der Mare-Nostrum-Tour will er sich das WM-Ticket doch noch sichern. Beim heutigen Rennen über 200 Meter Brust bietet sich die erste Gelegenheit.

Carla Stampfli
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Nach der verpassten WM-Qualifikation an der Schweizer Meisterschaft hat Yannick Käser hart trainiert. Key

Nach der verpassten WM-Qualifikation an der Schweizer Meisterschaft hat Yannick Käser hart trainiert. Key

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Nachdem Yannick Käser an der University of Virginia die Semesterprüfungen erfolgreich abgeschlossen hat, konnte er drei Wochen lang zu Hause in der Schweiz die Ruhe vor dem Sturm geniessen.

Ab heute ist die Ruhe jedoch definitiv vorbei. Für den Brustspezialisten geht es Schlag auf Schlag.

Im Rahmen der Mare-Nostrum-Tour schwimmt er heute und morgen in Monaco, am Dienstag und Mittwoch in Barcelona und drei Tage später in Canet-en-Roussillon.

«Zusammen mit meinen Klubkollegen werde ich alle drei Etappen der Tour schwimmen. Es wird sicher lustig, aber auch anstrengend», sagt der 20-jährige Fricktaler, der für die Limmat Sharks schwimmt.

In Monaco will Käser die Chance auf Anhieb packen und in seiner Paradedisziplin, den 200 Meter Brust, die geforderte Zeit von 2:14.90 unterbieten. «Ich hoffe, dass es gleich beim ersten Mal klappt. Dann muss ich nicht mehr an die Limite denken», erklärt Käser.

Die Enttäuschung, dass er die Limite an der Schweizer Meisterschaft im März um eineinhalb Sekunden verpasst hatte, war gross.

Schliesslich hat der Aargauer seine Heimat im letzten Jahr verlassen, um sich im renommierten Schwimmteam der Universität von Virginia zu verbessern.

Nach dem Rückschlag hat Yannick Käser mit seinem US-Trainer Mark Bernardino das Training angepasst, um rechtzeitig für die europäische Wettkampfserie in Form zu sein.

«Wir haben härter und hauptsächlich auf der 50-Meter-Bahn trainiert. Meine Wenden und der Abstoss sind besser geworden», sagt der Mumpfer.

Käser hat sich in den USA gut eingelebt und die Sprachhürde überwunden. An die hohe Intensität beim Einschwimmen muss sich der Brustschwimmer aber noch gewöhnen. Ebenso ans strenge Wettkampfprogramm.

«Innerhalb von drei Stunden schwimme ich jeweils die Brustrennen, die Staffeln und manchmal auch die 200 und 400 Meter Lagen. Das alles in traditioneller Badehose», erklärt er lachend.

Sich zwischen den Rennen in einen knielangen «Jammer» zu quetschen, ist bei diesem straffen Programm auch für einen routinierten Profi wie Käser ein Ding der Unmöglichkeit.

Ob Bade- oder hautenge Rennhose, der Wirtschaftsstudent ist bereit für die kommenden drei Wettkämpfe.

Gemeinsam mit Dirk Reinecke, dem Coach der Limmat Sharks, hat Käser in den letzten drei Wochen intensiv an seiner Brusttechnik gefeilt.

Heute wird er die 200 Meter Brust schwimmen und dabei die Limite anpeilen. Knackt der 20-Jährige sie auf Anhieb, wird er am kommenden Dienstag in Barcelona ohne Druck antreten können.

Die Rennen in der katalanischen Hauptstadt könnte er dann bereits als WM-Hauptprobe ansehen, denn die internationalen Titelkämpfe werden ebenfalls dort ausgetragen.

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