Eine letzte Kurve, ein letztes Mal auf die Zähne beissen, tief durchatmen – und dann die fantastische Stimmung mit den rund 4000 Zuschauern im Zielraum des Brugger Schachens geniessen: «Ich habe jetzt noch Gänsehaut. Dieser Zieleinlauf war das Schönste des gesamten Marathons», sagt Hobbyläufer Ralph völlig ausgelaugt und schreit die Glückseligkeit in den Brugger Himmel. «Ich habe knapp ein halbes Jahr für diesen Marathon trainiert. Endlich weiss ich: Es hat sich gelohnt», sagt er zufrieden und nippt an einem isotonischen Getränk.

1. Aargau Marathon wird zur Tortur

Feucht-frostiges Aprilwetter macht den Teilnehmern der Marathon-Premiere den Lauf schwer. Trotzdem lassen sich 2000 Teilnehmer nicht verscheuchen.

Einheimische Siegerin und Sieger

Als Sieger des 1. Aargau Marathons durfte sich Christoph Feremutsch aus Kölliken, aufgewachsen in Erlinsbach, mit einer Zeit von 2:38:16 feiern lassen.

Im Ziel hatte er sogar noch genug Kraft für einen Freudensprung und vermochte schon nach wenigen Sekunden den Lauf einzuschätzen. «Es war ein wunderschöner Marathon, der vielerorts über einzigartige Naturwege führte», sagte er und schätzte den Lauf mit vielen kleinen Steigungen und abschüssigen Passagen als eher schwierig ein.

Bei den Frauen sicherte sich Franziska Inauen aus Windisch den Sieg. Sie trug sich mit einer Zeit von 2:54:29 in die noch leeren Geschichtsbücher des Aargau Marathons ein.

Bobfahrer und Aargauer Sportler des Jahres Rico Peter schickte Punkt neun Uhr die Ausdauersportler auf die 42,195 Kilometer lange Strecke von Aarau über Rupperswil, Othmarsingen und Mellingen nach Brugg.

Bereits vor dem Start war es jenen Läufern anzusehen, die an diesem verregneten Sonntagmorgen lieber zu Hause im Bett geblieben wären. Sie suchten Unterschlupf im Trockenen, währenddem sich die Motivierteren vorbildlich die Muskeln aufwärmten.

Viele Amateurläufer kämpften schliesslich auf der Strecke nicht nur mit der Distanz, sondern auch mit dem garstigen Wetter. Wer ohne Schmerzen erfolgreich am Ziel ankommen wollte, war bei fünf Grad und Dauernieselregen mit einer Kappe, Handschuhen und warmen Laufsocken gut bedient.

In den Wechselzonen der Team-Läufer herrschte reges Treiben. Immer wieder waren unter teilweise chaotischen Zuständen Namen von Läufern zu hören, die nervös herumhüpfend vom Laufpartner gesucht wurden.

Unter den vielen glücklichen Marathon-Gesichtern war auch der eine oder andere Prominente vertreten. BDP-Nationalrat Bernhard Guhl freute sich im Ziel über seine Schlusszeit von 4:21:18.

«Ich bin zufrieden. Der Lauf hat mir sehr gut gefallen. Vor zwei Wochen bekam ich in einem Spiel des FC Nationalrat einen Schlag auf den Fuss, den ich noch heute stark spürte», sagte er und bestätigte, dass ihn das Lauffieber nun so richtig gepackt hat: «Ich werde wieder einen Marathon bestreiten – und ohne Verletzung die Vier-Stunden-Marke angreifen. Aber jetzt freue ich mich erst einmal auf ein Bad.»

Aber auch CVP-Nationalrätin Ruth Humbel, SP-Nationalrätin Yvonne Feri oder SP-Grossrat Dieter Egli erwiesen sich als echte Sportbegeisterte. Sie absolvierten den Lauf im Team-Run.

Zufriedene Organisatoren

OK-Präsident Andi Schaerer zeigte sich nach der letzten Zielankunft begeistert und zog ein positives Fazit: «Vieles hat reibungslos geklappt. Sicher gibt es einige Punkte, die bei der nächsten Durchführung verbessert werden müssen. Aber schauen Sie sich die stolzen und glücklichen Gesichter im Ziel an. Das ist doch das wahre Geschenk», resümierte er.

Mindestens im 2-Jahres-Rhythmus wollen die Organisatoren den Aargau Marathon zukünftig durchführen.

Den Liveticker des 1. Aargau Marathon zum Nachlesen: