Ringen
Freiämter Medaillenfeier ohne Euphorie

Ungefährdeter Bronzegewinn für Freiämter Staffel in der NLA Ringen. Weil Kriessern nicht in Bestbesetzung antrat, war der ringerische Reiz schnell gekillt. Freiamt führte früh 12:4. Wesentlich dazu bei trugen Randy Vock und Reto Stadelmann.

Wolfgang Rytz
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Sie hatten Grund zur Freude. Die Leichtgewichter Randy Vock (links) und Reto Stadelmann mit dem kleinen Pokal für Rang 3. Wolfgang Rytz

Sie hatten Grund zur Freude. Die Leichtgewichter Randy Vock (links) und Reto Stadelmann mit dem kleinen Pokal für Rang 3. Wolfgang Rytz

Aargauer Zeitung

Freiamts Cheftrainer Marcel Leutert strebte trotz des Achtpunktevorsprunges einen beherzten letzten Heimauftritt an. Dies gelang nur halbwegs. Weil Kriessern nicht in Bestbesetzung antrat, war der ringerische Reiz schnell gekillt. Als Freiamt nach vier Kämpfen 12:4 führte, entwich der letzte Rest an Spannung. Wesentlich dazu bei trugen Randy Vock und Reto Stadelmann, die ihre Gegner vorzeitig von der Matte beförderten.

Wie nahe im Ringen Freud und Leid liegen, bekam Teamstütze Ivan Kron zu spüren. Sein unglücklicher Einsatz im zehnten und letzten Einzelkampf stand stellvertretend für die harzige zweite Matchhälfte. Achteinhalb Minuten hatte er sich gegen Andreas Heeb abgerackert und lag in der entscheidenden dritten Runde 1:0 in Führung, als ihn eine kleine Unachtsamkeit einen Punkt und damit den Sieg kostete. Freiamt gewann an diesem Abend trotzdem 19:17. Während die treuesten Freiämter Fans lautstark die Bronzemedaille feierten und der Teamjüngste Randy Vock den Pokal dafür entgegen nahm, stand Kron den Tränen nahe. «Einfach nur schade. Das hat Ivan nicht verdient», schüttelte Leutert den Kopf. Sein Team habe vor der Pause nochmals einen guten Auftritt gezeigt, «doch im zweiten Teil liefs nicht mehr rund.»

Über die Saison gesehen, sei er zufrieden, blickt Leutert zurück. Bedingt durch Abgänge und Absenzen gehe der 3. Rang in Ordnung. Trotzdem wäre die Finalteilnahme möglich gewesen. Aber in Hergiswil habe sein Team die erforderliche Leistung nicht abrufen können. «Das war die grösste Enttäuschung. Ansonsten stimmt unsere Bilanz auch in diesem Jahr.»

Bei den grossen Rivalen aus dem Luzerner Hinterland, Hergiswil und dem neuen Meister Willisau, sind nur vereinzelte Abgänge zu erwarten. Deshalb präsentiert sich die Zukunft für Freiamt schwierig. Mit dem definitiven Rücktritt von Mirko Silian und dem künftigen Verbot eines Ausländereinsatzes wird das Kader in den oberen Gewichtsklassen noch dünner. «Wir schauen uns um», verspricht Leutert. Eine Finalserie mit den beiden Luzerner Teams schliesst er aber nicht aus.

Doch im Innersten lechzt die Freiämter Ringerseele nach einer Rückkehr in den NLA-Final. Zu stimmungsarm verlief der letzte Kampf in Muri. Das anschliessende familiäre Ringerfest spendete in sportlicher Hinsicht keinen Trost. Ringerspektakel war an diesem Abend in Willisau angesagt.

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