Fussball
Freiämter Cup-Schlager: Als Andi Wyder die Nacht im Büro verbrachte

Der Arbeitsplatz von FC-Wohlen-Präsident Andy Wyder ist nur ein Steinwurf vom Stadion Brühl des FC Muri entfernt. Vom Fenster seines Büros sieht der Architekt direkt aufs Spielfeld. Er könnte den Freiämter Cup-Schlager am Samstag arbeitend verfolgen.

Ruedi Kuhn
Merken
Drucken
Teilen
Logenplatz: FC-Wohlen-Präsident Andy Wyder in seinem Büro beim Stadion des FC Muri.

Logenplatz: FC-Wohlen-Präsident Andy Wyder in seinem Büro beim Stadion des FC Muri.

Ruedi Burkart

Wyder arbeitet seit 1987 in Muri, ist seit 1996 Vereinsverantwortlicher des FC Wohlen und hat die Entwicklung der beiden Klubs in den vergangenen zwei Jahrzehnten genau verfolgt. Bis vor gut 15 Jahren war Muri die Nummer eins im Freiamt. Um die Jahrtausendwende, spätestens nach dem Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse 2002, lief Wohlen dem Erzrivalen den Rang ab.

„Der FC Muri ist ein ruhiger, gut geführter Verein mit treuen Sponsoren und Fans“, sagt Wyder. So ruhig wie bei Muri geht es bei Wohlen nicht zu. Mit dem Bau des neuen Stadions und dem Umzug von der Paul-Walser-Stiftung in die Niedermatten 2004 sind die Ansprüche gestiegen.

Nachdem in den vergangenen Jahren die Verteidigung des Platzes in der Challenge League das Ziel war, wollen der neue Macher Lucien Tschachtli und Startrainer Ciriaco Sforza mehr: Ein Platz in den Top 5 soll es in der Saison 2014/15 sein. Momentan grüsst der FC Wohlen vom Leaderthron. Mit sechs Punkten Vorsprung auf den Zweiten.

Wyder als Aktiver gegen Muri

Zurück zu Wyder: Nur wenige wissen, dass er nicht nur ein pflichtbewusster Präsident ist, er war auch ein ganz passabler Fussballer. An ein kleines Highlight seiner Aktivkarriere kann er sich heute noch erinnern. Es war zu Beginn der 80er-Jahre, als Wyder mit dem FC Wohlen im Derby gegen Muri zu einem Kurzeinsatz kam. „Wir spielten damals in der 2. Liga unter der Führung von Trainer Paul Blum“, sagt Wyder. „Ich wurde in der Schlussphase eingewechselt. Mehr weiss ich nicht mehr.“

Das letzte Aufeinandertreffen zwischen Wohlen und Muri im Cup 2004 wurde für Wyder zu einer Bewährungsprobe neben dem Spielfeld. Der Sieg im Penaltyschiessen hing an einem dünnen Faden. Nach dem Sieg feierte Wyder zusammen mit Wohlen- und Muri-Fans bis spät in die Nacht hinein. „Es war ein wunderschönes Fussballfest“, sagt er rückblickend. „Und eines weiss ich noch genau. Ich habe im Büro geschlafen. Es war besser so.“