Ringen

Freiämter sichern sich Bronze - «Schöne Medaille mit falscher Farbe»

Die entfesselte Freiämter Truppe, die sich vor 550 Zuschauern den Frust einer verpassten Finalteilnahme von der Seele kämpfte, konnte sich mit einem Kantersieg den dritten Platz sichern.

«Wir haben diese Auszeichnung gewollt und haben sie verdient gewonnen.» Mit einem Auge auf die Medaille gerichtet, fügte Marcel Leutert ironisch hinzu: «Es ist zwar eine schöne Medaille, sie hat aber die falsche Farbe.» Dies die Worte eines zufriedenen Freiamt-Trainers nach geschlagener Schlacht.

Nachwuchshoffnung spielt Schlüsselrolle

Dabei schaute es nach zwei Kämpfen ganz und gar nicht nach einem Spaziergang aus. Nach den nicht unerwarteten Niederlagen von Roland Ruch gegen Kurt Bachmann (55 G) und Pascal Gurtner gegen Marco Riesen (120 F), kam dem Duell der beiden 17-jährigen Nachwuchshoffnungen Randy Vock und Stefan Reichmuth (60 F) eine Schlüsselrolle zu. In einem packenden Kampf setzte sich der Freiämter schliesslich deutlich durch.

Die Initialzündung

Dieser Sieg war für seine Mannschaftskollegen eine Initialzündung. Jetzt reihten sich die Höhepunkte aneinander: Zuerst glänzte Sven Neyer gegen Felix Scherrer (96 G), der Einsiedler gestand dem Routinier nicht einmal einen Punkt zu. Dasselbe Prozedere beim Kampf Christoph Küng gegen Roger Heiniger (66 G). Kaum war Heiniger in der ersten Runde in der Bank, flog er schon durch die Luft. Der viel umjubelten Dreier-Wertung folgte eine Einer-Wertung.

Auch den zweiten Durchgang entschied Küng für sich, ohne eine Wertung abzugeben. Noch spektakulärer verlief das Duell Reto Gisler gegen Murat Argin (84 G). Zuerst lag Gisler gegen den Freistilspezialisten 0:1 hinten. 30 Sekunden vor Schluss ging er aber 3:1 in Führung. Als alle Zuschauer mit einer zweiten Runde rechneten, doppelte der Routinier mit einem tödlichen Konter nach. Noch ehe ein verdutzter Argin wusste, wie ihm geschah, lag er auf den Schultern. Mit einer Sieben-Punkte-Führung für den Gastgeber ging es in die Pause.

Spannende Duelle nach der Pause

Auch nach der Pause powerten die Freiämter weiter. Noch war der Mist nicht geführt, standen doch einige spannende Duelle bevor. Einmal in Fahrt liessen sich die in den vergangenen Wochen gebeutelten Freiämter nicht mehr stoppen. Zuerst sicherte Thomas Murer (66 F) gegen einen ungestüm angreifenden Kilian Aregger drei weitere Mannschaftspunkte.

Dann war die Reihe an dem gesundheitlich angeschlagenem Sandro Vollenweider. Er rettete sich aber Sekunden vor Schluss in Runde zwei mit einer Dreierwertung. Im Entscheidungsdrittel wieder in Rückstand geratend, siegte er schliesslich nach einem harten Abnützungskampf mit einer Willensleistung 6:1.

Demonstration des Einheimischen

Nach sechs siegreichen Kämpfen in Serie konnten die Gastgeber eine Niederlage von Pascal Strebel gegen Jonas Bossert verkraften. Im Duell der beiden wohl grössten Schwei- zer Olympiahoffnungen spielten die besseren körperlichen Voraussetzungen zugunsten des Willisauers das Zünglein an der Waage. Der abschliessende Kampf von Ivan Kron gegen Daniel Minder (74 F) wurde zu einer wahren Demonstration des Einheimischen. Als wäre es sein letzter Kampf im Dress der Freiämter, zog er noch einmal alle Register und beendete die Saison für die Freiämter mit einem echten Knaller.

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