Noch im letzten Mai versuchte Fredy Strasser in den letzten drei Super-League-Runden den FC Aarau vor dem Abstieg in die Challenge League zu retten. Dieses Unterfangen misslang bekanntlich. Nun schickt sich der 57-Jährige an, denselben Versuch im Amateurfussball zu wagen – bei Zweitligist Würenlos.

«Ich wohne seit 2003 in Würenlos, mein Sohn Marc spielte bis letzte Saison noch in der 1.Mannschaft und ich war immer sehr stark mit dem Verein verbunden», begründet der ehemalige Sportchef des FC St. Gallen sein Engagement. Da der SV Würenlos derzeit keinen Präsidenten hat, wurde Strasser vom Vizepräsidenten und Finanzchef Edgar Gut angesprochen.

«Wir waren uns einig, dass in den nächsten Monaten im Verein einiges passieren muss. Ich entschied mich beim zweiten Gespräch mit Edgar Gut, den Posten anzutreten, damit wieder Ruhe einkehrt», erklärt Strasser. Er war gerade geschäftlich in Südafrika unterwegs, als er erfuhr, dass sich Trainer Federico Valente zu Ligakonkurrent Windisch verabschiedete. Sein Kommentar: «Das kam für alle sehr überraschend.»

Ein Geburtstagsgeschenk

Am vergangenen Montag leitete Strasser das erste Training. «Die Spieler erfuhren erst vor Ort, dass ich der neue Trainer bin. Die Jungs waren positiv überrascht, der Respekt ist da. Sie waren froh, dass so schnell ein Neuer da war. Damit ist eine gute Basis gelegt», ist Strasser optimistisch. Nun will er seine Ideen und Philosophien einfliessen lassen, damit am Ende das Hauptziel Ligaerhalt erreicht wird. Ein Trainingslager soll dazu beitragen. Derzeit ist die Südtürkei im Gespräch. Zudem will Strasser einige neue Spieler für die Rückrunde verpflichten und die Abgänge in Grenzen halten.

Übrigens: Dass die Meldung über den neuen Trainer gestern publik gemacht wurde, kam wohl nicht von ungefähr. Denn Strasser feierte gestern seinen 57. Geburtstag. Das kann nur als gutes Omen für den Trainer, die Mannschaft und den ganzen Verein gewertet werden.