Die Rollen in den Playoff-Halbfinals sind klar verteilt: Meister Lugano und Herausforderer ZSC Lions, die Serienmeister der letzten sechs Jahre, sind gegen Bomo Thun und Reinach haushohe Favoriten. Und alles andere als ein Playoff-Final zwischen Lugano, dem fünffachen Meister (2006, 2007, 2009, 2010 und 2014) sowie dem dreifachen Meister ZSC Lions (2011 – 2013), käme im Schweizer Frauen-Eishockey einem mittleren Erdrutsch gleich.

Seit nunmehr fünf Jahren duellieren sich die beiden besten Schweizer Frauen-Teams um den Meistertitel, zudem haben Lugano und die ZSC Lions die Spiele der Regular Season gegen die beiden Playoff-Gegner klar dominiert und keinen Punkt abgegeben.

Trotzdem glaubt man in Reinach an die «Chance jedes Aussenseiters,» sagt Trainer Philipp Steiner. «Sicher, es müsste alles stimmen, alles aufgehen, damit wir uns durchsetzen könnten.» Und dazu würde auch Nationaltorhüterin Florence Schelling als das «gewisse Extra» gehören, doch dem wird kaum so sein, denn der Einsatz von Schelling für den SC Reinach sei mehr als fraglich.

Dritter Rang als Ziel

Eigentlich hätte die beste Torhüterin der Olympischen Spiele von Sotschi jeweils am Sonntag für die Aargauerinnen spielen sollen, doch Schelling hat sich in der Nationalmannschaft leicht verletzt und dürfte Reinach an diesem Wochenende nicht zur Verfügung stehen. Damit kommt die 17jährige Delia Häcki aus Engelberg zu ihrem Playoff-Debut in der obersten Frauen-Liga.

Teamleiter Franz Pelloli stimmt mit seinem Trainer überein und gab sich mit dem dritten Schlussrang in der Regular Season zufrieden. Dieser dritte Rang dürfte denn auch – zumindest im «Hinterkopf» – das Ziel der Oberwynentalerinnen sein, der Sieg im kleinen Final und damit der Gewinn der Bronzemedaille, der insgesamt fünften seit dem Aufstieg 1996. In dieser Zeit gewann Reinach zudem drei Meisterschaften (2001 – 2003) sowie zwei Silbermedaillen (1997 und 1998).