Radquer
Französischer Triumph in tubulentem Rennen auf der Baldegg

Die neue Radquer-Saison ist lanciert: Am Badener EKZ-Crosstour-Rennen siegt der französische Meister Francis Mourey in souveräner Manier. Als bester Schweizer fuhr Lukas Flückiger aus Leimiswil auf den achten Platz.

Kathrin Aerni
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Süpercross auf der Badener Baldegg
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Ein packendes Rennen im Steilstück zwischen Francis Mourey (rechts) und Philipp Walsleben.
Der Publikumsliebling und Schweizermeister Lukas Flückiger konnte dieses Jahr in Baden nicht reüssieren.
Brayan Falaschi (vorne) steigt bei der Treppe nicht vom Rad.
Siegertrio: In der Mitte der Sieger Francis Mourey, links der 2. platzierte und Vorjahressieger Philipp Walsleben und rechts der 3. Bryan Falaschi.

Süpercross auf der Badener Baldegg

Gerry Frei

Wer noch nie ein Radquer-Rennen verfolgt hat, kam in Baden voll auf seine Rechnung. Auf der Baldegg versammelte sich die Crème de la Crème der Szene. Das fast 50-köpfige Profifeld war international überaus stark besetzt. So war von Anfang an klar, dass die Schweizer nur Aussenseiterchancen hatten.

Das Rennen begann turbulent. Bereits in der ersten Runde stürzte der Belgier Michael Vanthourenhout, einer der Favoriten, an der Doppelhürde. Ein Trio prägte die ersten drei Runden: Vorjahressieger Philipp Walsleben (D), Francis Mourey (Fr) und sein blutjunger Landsmann Clément Venturini. Doch das Hauptfeld, das nur einige Sekunden auf die drei verlor, war noch eng zusammen.

Lukas Flückigers Aufholjagd

Dem Oberaargauer Lukas Flückiger lief es bis zur Rennhälfte nicht nach Wunsch. Der Langsam-Starter musste sich von Runde zu Runde nach vorne kämpfen. Bei Rennhälfte meldete sich der gestürzte Michael Vanthourenhout eindrücklich zurück. Der Belgier, seines Zeichens U23-Vizeweltmeister, sprang leichtfüssig über die Hindernisse. Unterdessen kämpften die Schweizer um den Anschluss. Plötzlich fiel der in der Spitzengruppe vertretene Philipp Walsleben wegen eines Defektes in der Abfahrt zurück. Dafür zeigten sich nun die Schweizer Lars Forster, Lukas Flückiger und Marcel Wildhaber von ihrer besten Seite und waren plötzlich in den Top 10 anzutreffen.

Mit dem Italiener Bryan Falaschi schloss noch ein Neuling zur Spitze auf. Langsam, aber sicher trennte sich die Spreu vom Weizen. Die beiden letzten Runden waren dann an Spannung kaum mehr zu überbieten. Doch während Walsleben nach einem erneuten Defekt Terrain verlor, konnte Francis Mourey den Abstand vergrössern und unangefochten dem Ziel entgegenstürmen. Für den bald 33-jährigen Franzosen ist es nach 2012 bereits der zweite Erfolg auf der Baldegg. Etwas überraschend fuhr der Italiener Bryan Falaschi im Schatten der beiden Topfahrer auf den hervorragenden dritten Platz.

Tapfer schlugen sich die Schweizer. Lukas Flückiger hätte am ehesten sogar noch aufs Podest fahren können. Stattdessen stürzte er in der letzten Runde und musste mehrere seiner Gegner vorbeiziehen lassen. Letztlich belegte er als bester Schweizer den achten Schlussrang. Auch noch in die Top 10 schafften es: Lars Forster als Neunter und Marcel Wildhaber als Zehnter.

Eva Lechner siegt bei den Frauen

Bei den Frauen gewann fast ebenso souverän die Italienerin Eva Lechner. In der letzten von sechs Runden steigerte die Vize-Weltmeisterin das Tempo und schüttelte die Schweizerin Nicole Koller mühelos ab. Für die erst 17-jährige St. Gallerin dennoch ein toller Erfolg. Ganz überraschend kommt ihre starke Leistung aber nicht: An der Mountainbike-WM von Anfang September in Norwegen hatte sie den U19-Titel im Crosscountry-Mountainbike geholt.

Nach Baden zieht die EKZ-Crosstour weiter nach Dielsdorf (5. Oktober), Hittnau (2. November) und Eschenbach (14. Dezember).