Radquer
Francis Mourey gewinnt mit Körpereinsatz

Sonne, Spannung und viele Zuschauer: Das zweite Süpercross in Baden war erneut ein voller Erfolg. Als erster überquerte der Fanzose Francis Mourey die Zielline. Die Art und Weise wie es es tat, war nicht ganz luperein.

Marcel Kuchta
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Spannender Zweikampf: Francis Mourey (l.) hatte gegenüber Lukas Flückiger am Ende die Nase vorne. Steffen Müssiggang

Spannender Zweikampf: Francis Mourey (l.) hatte gegenüber Lukas Flückiger am Ende die Nase vorne. Steffen Müssiggang

Der Franzose Francis Mourey gewann die zweite Ausgabe des Süpercross in Baden vor dem starken Schweizer Lukas Flückiger. Mourey setzte sich allerdings auf umstrittene Art und Weise durch: Der 31-Jährige sorgte in der letzten Runde mit seinem riskanten Überholmanöver dafür, dass Flückiger zu Boden musste und somit aller Siegchancen beraubt wurde.

Für Lukas Flückiger, der an der Mountainbike-WM in Saalfelden Silber gewonnen hatte, war der unglückliche Lauf der Dinge anfänglich nur schwer zu verdauen. Er hatte das Rennen über weite Strecken dominiert und sich konstant an der Spitze aufgehalten. «Ich hatte das Gefühl, dass ich stärker bin als Mourey», sagte der Leimiswiler nach dem Rennen. Die anfängliche Wut über das Manöver seines Kontrahenten, welches von der Jury allerdings nicht als unfair taxiert worden war, verflog relativ schnell. «Es war am Ende ein hektisches Rennen. Wir fuhren beide am Anschlag. Da können solche Aktionen passieren. Das gehört zu einem Rennen dazu», zeigte sich Flückiger versöhnlich und als sportlicher Verlierer. Trotzdem blieb beim neutralen Beobachter der Eindruck haften, dass der bullige Franzose seinen Körper in der besagten Szene etwas gar rustikal einsetzte.

Wie sein Bruder Lukas fuhr auch Mathias Flückiger ein sehr starkes Rennen. Von Position 38 aus gestartete rollte der 23-jährige Ochlenberger das Feld von hinten auf und verpasste den Sprung aufs Podest am Ende nur um sechs Sekunden hinter dem Italiener Enrico Franzoi.

Für den grossen Star der Querszene, Sven Nys, endete der Nachmittag mit einer herben Enttäuschung. Der 36-jährige Belgier, der in seiner Karriere weit über 200 Rennen gewonnen hat, fand keine rechte Erklärung für seinen Einbruch. «Ich war nach den beiden langen Strassenrennen, die ich letzte Woche bestritten habe, offensichtlich noch zu müde. Ich dachte, dass mir vier Tage Erholung genügen.» Tat es nicht. Nys hatte mit der Entscheidung nichts zu tun und beendete das Rennen mit zwei Minuten Rückstand auf Mourey auf Platz elf.