Seit Jahren gehts mit dem Schweizer Handball abwärts. Nach der Blamage der Nationalmannschaft gegen die zweitklassigen Holländer in der EM-Qualifikation erweisen nun Funktionäre ihrer Sportart einen Bärendienst. Der Aufstieg in die NLA wird am grünen Tisch entschieden.

Das Spiel zwischen Endingen und Suhr Aarau muss wiederholt werden. Endingens Protest wird gutgeheissen, in den letzten Sekunden sei die Uhr nicht korrekt gelaufen. Dafür ist der Zeitnehmer verantwortlich, übrigens gestellt vom TV Endingen. Der Zeitnehmer ist Offizieller, wie der Schiedsrichter, sein Wort ist Tatsache. Das Urteil ist juristisch fragwürdig, fusst vor allem auf einem Zuschauervideo. Nach diesem Entscheid darf künftig immer und gegen alles protestiert werden.

Elegant wollte sich die Disziplinarkommission zunächst rauswinden, der Protest sei zu spät eingereicht worden. Lächerlich, wenn es in der Hektik um ein paar Sekunden geht. Das Verbandssportgericht sah das ebenso, liess den Protest zu. Offenbar waren die Offiziellen am Zeitnehmertisch überfordert. Da gilt es anzusetzen.

Aber genau hier liegt das Problem im Schweizer Handball. Fehler gehören dazu, doch der Schweizer Handball leistet sich seit Jahren zu viele Fehler. Nun kommt der nächste hinzu. Dieses überflüssige Theater um vier Sekunden dauert nun drei Wochen, bis Samstagabend endlich feststeht, wer nun aufsteigt und wer nächste Woche gegen Gossau eine zweite Chance erhält. Die Chance, eine klare Linie zu fahren, ihren eigenen Leuten den Rücken zu stärken, haben die Richter vertan.