In eindrücklicher Manier sind die Curlerinnen des Teams Tirinzoni in ihre zweite gemeinsame Saison gestartet. 21 Siege in 25 Spielen realisierte das Team unter Skip Silvana Tirinzoni an den Turnieren in Kanada und Korea.

Dank dieses starken Saisonstarts befinden sich die Curlerinnen des CC Aarau, die seit Sommer 2018 als Team bestehen, aktuell hinter den Kanadierinnen um Skip Rachel Homan auf dem zweiten Platz der Weltrangliste.

Ist dieser sensationelle Saisonbeginn eine Folge des Weltmeistertitels vom März 2019? «Das war natürlich ein riesiger Erfolg für uns und ist vielleicht auch ein Motivator. Aber dieser Titel war in der vergangenen Saison und wirkt heuer eher als Zielscheibe für die Gegner», erklärt Skip Tirinzoni.

«Es bleibt noch Potenzial nach oben.»

Der Hauptschlüssel zum Erfolg sei die Folge des Bestrebens, härter als die Konkurrenz zu arbeiten. Schon seit dem Sommer stehen die Curlerinnen auf dem Eis und davon profitieren die Aarauerinnen jetzt.

Zudem verstehen sich Tirinzoni und Co. auch sehr gut, gehen gerne gemeinsam auf das Eis und lieben es, gemeinsam die Welt zu bereisen. Natürlich sind sie in der zweiten gemeinsamen Saison viel weiter als noch in der ersten – vor allem hinsichtlich Verständnis.

Das Team Tirinzoni: (v. l.) Melanie Barbezat, Skip Silvana Tirinzoni, Esther Neuenschwander und Alina Pätz.

Das Team Tirinzoni: (v. l.) Melanie Barbezat, Skip Silvana Tirinzoni, Esther Neuenschwander und Alina Pätz.

Vollkommen zufrieden ist Tirinzoni aber dennoch nicht: «Es gibt immer noch Details zu verbessern. Wir sind selten mit unserer Leistung zufrieden. Das ist aber gut so. Dadurch bleiben wir angespornt, weiter an uns zu arbeiten, um der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein.»

Tirinzoni fügt ihrer Aussage noch hinzu: «Wir sind zwar immer weitergekommen, haben nur vier Partien verloren, aber trotzdem keinen Turniersieg einfahren können. Es bleibt also noch Potenzial nach oben.»

Nun wartet die härteste Arbeit auf das Team Tirinzoni – der Feinschliff. Nichtsdestotrotz bleiben die vier Frauen motiviert, um weiterzukommen. Diesen fehlenden Saisontitel könnten die Aarauerinnen nun bei ihrem ersten Auftritt vor heimischen Publikum realisieren. «Einmal in Basel zu spielen und nicht so eine lange Reise vor sich zu haben, ist eine gute Abwechslung», sagt Tirinzoni.

Der EM-Titel als realistisches Ziel

Am Freitagmorgen starteten Melanie Barbezat, Esther Neuenschwander, Alina Pätz und Skip Tirinzoni mit einem 10:2- Erfolg gegen das Team Paulova aus Tschechien in die vierzehnte Ausgabe des Women’s Masters in Basel. Noch am gleichen Tag gewann der Favorit der Gruppe auch das zweite Spiel gegen das Team Jackson aus Schottland (7:3-Sieg).

Zum Abschluss der Gruppenphase kommt es am Samstag zum Schweizer Duell gegen das junge Team Witschonke. Im vergangenen Jahr schied Team Tirinzoni nach der Halbfinal-Niederlage im Schweizer Duell gegen das Team Feltscher aus.

Vor allem geht es Skip Tirinzoni darum, zu sehen, ob das Team sich in den angesprochenen Bereichen verbessert hat. Zudem wollen sie schrittweise weiterkommen und innerhalb der Grand-Slam-Saison noch konstanter werden. Der Sieg am Women’s Master wäre da natürlich die Krönung.

Sieht sich auch noch an den nächsten Olympischen Winterspiele: Die 40-jährige Silvana Tirinzoni.

Sieht sich auch noch an den nächsten Olympischen Winterspiele: Die 40-jährige Silvana Tirinzoni.

Am kommenden Dienstag, nach lediglich einem Tag Pause, geht es direkt weiter nach Kanada. Dort werden Tirinzoni und Co. an der sehr gut besetzten Canad Inns Women’s Classic teilnehmen. Anschliessend geht es Schlag auf Schlag weiter mit dem Beginn der Grand-Slam-Saison.

Ob das Team Tirinzoni auch in diesem Jahr an der Europameisterschaft, die in Schweden stattfindet, teilnehmen kann, ist bis zum 20. Oktober nicht klar. Die Qualifikation wird über ein Punktsystem bestimmt, in dem die besten drei Turniere gewertet werden. Momentan haben die Aarauerinnen einen komfortablen Vorsprung in der Wertung.

Der EM-Titel ist ein realistisches, aber hochgestecktes Ziel für die Spielerinnen des CC Aarau. Tirinzoni feierte im laufenden Jahr ihren 40. Geburtstag. Ans Aufhören denkt sie aber trotzdem nicht: «Zum Glück kann man länger Curling spielen als andere Sportarten. Und ich fühle mich noch genügend fit, um noch ein paar Jahre anzuhängen. Ich sehe mich noch an den nächsten Olympischen Spielen in Peking.»