Mountainbike
Florian Vogel und Kathrin Stirnemann – Die Routiniers aus dem Aargau

Florian Vogel und Kathrin Stirnemann sind die ältesten und damit erfahrensten Schweizer Mountainbiker im Team. An der Heim-WM in Lenzerheide stecken sich beide hohe Ziele.

Marcel Kuchta
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Nationalteam-Senior Florian Vogel.

Nationalteam-Senior Florian Vogel.

KEYSTONE

Man muss weit zurückblättern in den Annalen, um auf die WM-Premiere von Florian Vogel zu stossen. 1999 war es, als der gebürtige Aargauer als 18-jähriger Jungspund erstmals bei den Junioren auf «Weltniveau» im Schweizer Trikot mitfuhr. In Are fuhr er bei den Junioren gleich aufs Podest und gewann die Bronzemedaille. Wie lange das her ist, zeigt ein Blick auf das Podest der U23-Kategorie jenes Jahres. Damals gewann dort ein gewisser Cadel Evans Silber. Der Australier Evans triumphierte bekanntlich zwölf Jahre später als Gesamtsieger der Tour de France.

Evans ist inzwischen längstens zurückgetreten. Florian Vogel aber, der ist immer noch mit dabei. Auch mit 36 ist er bei seiner 20. WM-Teilnahme ein sicherer Wert im Schweizer Team. Und er fuhr in dieser Saison mit einer derart bemerkenswerten Konstanz, dass er sich morgen Samstag im WM-Rennen in Lenzerheide sogar ganz, ganz leise Hoffnungen auf einen Exploit in Form einer Medaille machen kann. 7, 6, 7, 8, 11, 8 lauteten seine Klassierungen in den sechs Weltcuprennen 2018. Entsprechend hat sich der Routinier seine WM-Ziele gesteckt: «Eine Klassierung in diesem Bereich wäre toll und realistisch. Für mehr müsste schon alles zusammenpassen», sagt Vogel.

Auf jeden Fall ist der Kölliker, der inzwischen seit 14 Jahren in Jona SG wohnt (seine Bratwurst aber immer noch mit Senf isst), nicht ins Bündnerland gereist, um als «Methusalem» der Schweizer den Gute-Laune-Bär zu spielen. Dafür ist er viel zu ehrgeizig. Auch mit 36. Und dafür ist die Affiche mit der Heim-WM, mit allergrösster Wahrscheinlichkeit die letzte seiner Aktiv-Karriere, viel zu wichtig. «Klar gebe ich unseren jüngeren Fahrern immer mal wieder Tipps. Aber am Ende des Tages bin ich immer noch ein Athlet mit konkreten Zielen.»

Stirnemann will in die Top 10

Konkrete Ziele hat morgen auch Kathrin Stirnemann. Die Gränicherin ist, wie Florian Vogel bei den Männern, die älteste Fahrerin der Schweizer Frauen-Equipe. Sie muss bei dem Gedanken daran lächeln. Schliesslich ist sie selber erst 28 Jahre alt. Aber gefühlt eben doch schon eine routinierte Athletin, die ihre neunten WM-Titelkämpfe bestreitet. Und sie ist ehrgeizig: «Mein Ziel ist es, in die Top-10 zu fahren.

Das wird hart, aber meine Formkurve ist perfekt verlaufen.» Ein Platz unter den besten Zehn erscheint angesichts der Resultate in der aktuellen Weltcup-Saison (Rang 26, 36, 29, 21, 11, 17) tatsächlich etwas zu ambitiös. Doch Kathrin Stirnemann sagt: «Die Strecke hier in Lenzerheide liegt mir sehr gut. Und die Fans werden mich und die anderen Schweizer Fahrer hoffentlich beflügeln.» Über mangelnde Unterstützung – vor allem aus der Bike-Hochburg Gränichen – wird sie sich nicht beklagen können. (ku)

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