Flandern-Rundfahrt
Weshalb der Aargauer Radprofi Silvan Dillier nun wie ein Eishockey-Spieler aussieht

Der Schneisinger Radprofi SIlvan Dlillier wird weiterhin vom Pech verfolgt. Er stürzte an der Flandern-Rundfahrt, weil neben ihm sein Teamkollege Oscar Riesebeek zu Fall kam. Dillier schlug sich dabei das Kinn auf und musste das Rennen aufgeben.

Marcel Kuchta
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Eine schöne Narbe: Silvan Dillier präsentiert die frisch genähte Schramme am Kinn.

Eine schöne Narbe: Silvan Dillier präsentiert die frisch genähte Schramme am Kinn.

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Am Abend des Ostersonntags hatte Silvan Dillier seinen Humor wieder gefunden. Auf den sozialen Medien veröffentlichte er ein Selfie, auf welchem man eine frisch genähte Narbe auf seinem Kinn erkennen kann. «Was haltet ihr von meiner neuesten Schönheitsoperation?», fragte der 30-Jährige in die Runde. Und: «Ich denke, der Arzt hat gute Arbeit geleistet!» Wüsste man es nicht besser, dann würde Silvan Dillier mit seinen Schrammen im Gesicht auch als mitten in den Playoffs engagierter Eishockey-Profi durchgehen.

Was war passiert? 66 Kilometer vor dem Ende der 105. Flandern-Rundfahrt gab es im Feld einen grösseren Sturz. Der Auslöser? Ausgerechnet Silvan Dilliers Alpecin-Fenix-Teamkollege Oscar Riesebeek. Der Niederländer kam, ganz am linken Strassenrand fahren, seitlich zu Fall. Dummerweise exakt vor das Vorderrad des etwas versetzt hinter ihm fahrenden Silvan Dillier. Der hatte keine Chance, irgendetwas auszurichten, stürzte selber kopfvoran über seinen Co-Equipier zu Boden - und schlug mit dem Kinn auf der Strasse auf. Schnell war klar: Für Dillier und Riesebeek ist das Rennen zu Ende.

Der Moment, in welchem Silvan Dillier zu Fall kommt.

Der Moment, in welchem Silvan Dillier zu Fall kommt.

Screenshot: SRF

Für den Aargauer setzt sich damit die fast beispiellose Pechsträhne der letzten Monate fort: Die letzte Saison ging im vergangenen Herbst für ihn mit einem Schlüsselbeinbruch zu Ende. Anfangs März ereilte ihn bei einem Sturz dasselbe Schicksal, was zu einer neuerlichen Zwangspause führte. Kurz vor der Flandern-Rundfahrt hatte er sein Comeback gegeben und sich dabei gut gefühlt. Nun musste er erneut zu Boden.

Jetzt ist das Pechmass dann langsam voll

Immerhin: Silvan Dillier durfte sich aus der Ferne über den zweiten Rang von Alpecin-Teamleader und Superstar Mathieu van der Poel freuen. Auch wenn der Niederländer die Titelverteidigung an der Flandern-Rundfahrt im Schlussduell gegen den dänischen Sieger Kasper Asgreen knapp verpasste, so zeugte sein Auftritt erneut von seiner grossen Klasse. Unter anderem an der Tour de France soll Van der Poel dann auch von den Helferdiensten von Pechvogel Dillier profitieren. Irgendwann ist auch beim Schneisinger hoffentlich das Pechmass voll.