Ringen
Finalqualifikation kostete die Freiämter Ringer Nerven

Die Freiämter Ringer haben auch den zweiten Halbfinal gegen Kriessern 20:16 gewonnen. Aber die Finalqualifikation hing an einem dünnen Faden. Nach unbefriedigenden dritten Plätzen in den letzten zwei Jahren stehen die Freiämter wieder im Final.

Wolfgang Rytz, Kriessern
Merken
Drucken
Teilen
Michael Bucher (l.) war mit seinem Sieg in letzter Sekunde gegen Patrick Bättig der Matchwinner. Rytz

Michael Bucher (l.) war mit seinem Sieg in letzter Sekunde gegen Patrick Bättig der Matchwinner. Rytz

Die Freiämter Ringer haben auch den zweiten Halbfinal gegen Kriessern 20:16 gewonnen. Aber die Finalqualifikation hing an einem dünnen Faden. Nach dem letzten Einzelsieg von Ivan Kron strahlten Temporärcoach Adi Bucher und Klubpräsident Ralf Bucher um die Wette und herzten sich. Nach unbefriedigenden dritten Plätzen in den letzten zwei Jahren steht die Ringerstaffel Freiamt endlich wieder im Final der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft.

Der kleine grosse Held des Abends war nach Kampfende lange nicht auffindbar. Freiamt schottete seinen jüngsten Ringer, den 15-jährigen Michael Bucher, ab. Das behütete Talent hatte im ersten Kampf des Abends Nervenstärke gezeigt. Gegen Patrick Bättig drohte der Startkampf verloren zu gehen. Kriesserns 55-kg-Greco-Spezialist führte in der dritten Runde 5:3, als der favorisierte Freiämter das Blatt mit einem Hüfter zwei Sekunden vor Ablauf der Zeit wendete.

Pascal Gurtners Klasse

Nun bot sich Schwergewichter Pascal Gurtner die Chance, schon im zweiten von zehn Mattenkämpfen die Vorentscheidung herbeizuführen. Der Schwinger bewies, dass er zum Ringerspezialisten gereift ist. In einem neunminütigen Abnützungsfight hielt er den Mattenroutinier Mirko Moser mit Athletik und Übersicht auf Distanz. Der Schaffhauser in Freiämter Diensten war zuletzt so erschöpft, dass er kaum mehr seine Hände in die Höhe brachte, um die Welle der Fans zu lancieren.

Nach diesen, mit letzter Energie herausgeholten Punktesiegen war der Freiämter Express in Fahrt. Noch vor der Pause stand Kriesserns Draufgänger David Hungerbühler vor der Aufgabe, den letzten Funken St. Galler Finalhoffnung am Leben zu erhalten. Doch Christoph Küng entführte das Happy End auch in diesem Dreirundenkrimi in den Aargau. Nach der 13:6-Halbzeitführung vervollständigten die Freiämter «Lebensversicherungen» Pascal Strebel und Ivan Kron in der Schlussphase die Finalqualifikation.

«So kann man nicht gewinnen»

Kriesserns Trainer Hugo Dietsche schüttelte den Kopf. «Auf diese Art und Weise kann man als Team nicht gewinnen», kommentierte er Bättigs Niederlage. Auf der Gegenseite nahm Adi Bucher Gratulationen entgegen. Freiamts Nachwuchsverantwortlicher hatte anstelle des gesperrten Marcel Leutert das Coaching übernommen. Der wegweisende Sieg von Jungtalent Michael Bucher war für ihn doppelte Genugtuung.

Der Held des Abends genoss später inmitten der Mannschaft das Nachtessen. «Sag nichts», befahl ihm Trainer Marcel Leutert, als sich ein Journalist zu ihm vorwagte. Immerhin verriet der quirlige Merenschwander, dass er bis zur letzten Sekunde an den Sieg geglaubt habe. Dieses Rezept gilt im Final fürs ganze Team.