Challenge League
Fiat Lux – es werde Licht: der FC Wohlen sucht Spender für neue Flutlichtanlage

Der FC Wohlen finanziert seine neue Beleuchtungsanlage mit einer Spendenaktion. Die Freiämter müssen 500'000 Franken auftreiben, um die neue Anlage zu finanzieren.

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Die heutige Flutlichtanlage im Wohler Stadion Niedermatten (hier beim Challenge-League-Spiel gegen Gossau am 12. Mai 2008) ist aus Sicht der Liga zu wenig stark für anständige TV-Bilder.

Die heutige Flutlichtanlage im Wohler Stadion Niedermatten (hier beim Challenge-League-Spiel gegen Gossau am 12. Mai 2008) ist aus Sicht der Liga zu wenig stark für anständige TV-Bilder.

Alexander Wagner

Fiat Lux kommt aus dem Lateinischen und heisst auf Deutsch «Es werde Licht». Eigentlich ist Fiat Lux eine religiöse Bewegung, die von ihren Anhängern als Neuoffenbarung eingestuft wird. Gegründet wurde sie von Erika Bertschinger-Eicke, besser bekannt unter dem Namen Uriella. Uriella (Jahrgang 1929) soll kurz vor der Gründung des Ordens von einem Pferd gefallen sein und sich vom Sturz nie ganz erholt haben. Trotz oder vielleicht gerade wegen des tragischen Unfalls gilt sie in vielen Kreisen als Wunderheilerin. Sie soll über magische Kräfte verfügen.

Erika Bertschinger, besser bekannt als Uriella, Anführerin der Sekte Fiat Lux. Erika Bertschinger, besser bekannt als Uriella, Anführerin der Sekte Fiat Lux.Foto: Winfried Rothermel – Keystone/ AP-Photo

Erika Bertschinger, besser bekannt als Uriella, Anführerin der Sekte Fiat Lux. Erika Bertschinger, besser bekannt als Uriella, Anführerin der Sekte Fiat Lux.Foto: Winfried Rothermel – Keystone/ AP-Photo

Schweiz am Wochenende

Uriella ist das Oberhaupt der Sekte Fiat Lux, um die es in letzter Zeit ruhig, sehr ruhig geworden ist. Nun taucht der Name Fiat Lux in einem neuen Umfeld auf. Demjenigen des FC Wohlen: «Fiat Lux – es werde Licht» heisst eine Spendenaktion des Freiämter Challenge League Klubs. Sie soll mithelfen, die Finanzierung der neuen Beleuchtungsanlage sicherzustellen.

500'000 Franken müssen aufgetrieben werden

«Es werde Licht», sagt denn auch René Meier gegenüber der «Aargauer Zeitung». «Um in den nächsten Jahren eine Lizenz für die Challenge League zu erhalten, braucht der FC Wohlen in seinem Stadion eine Flutlichtanlage mit mindestens 500 Lux. Wir wollen dieses Projekt in den nächsten Monaten realisieren und werden so schnell wie möglich entscheiden, welche Firma die Anlage installiert. Dann», fügt der Ehrenpräsident hinzu, «können wir uns um die Finanzierung kümmern. Ich rechne mit einem Kostenaufwand von mehr als 500 000 Franken. Um dieses Geld aufzubringen, sind wir auf Spenden von Donatoren, Gönnern und Sympathisanten angewiesen.»

René Meier, Ehrenpräsident FC Wohlen «Um dieses Geld aufzubringen sind wir auf Spenden von Donatoren, Gönnern und Sympathisanten angewiesen.»

René Meier, Ehrenpräsident FC Wohlen «Um dieses Geld aufzubringen sind wir auf Spenden von Donatoren, Gönnern und Sympathisanten angewiesen.»

Foto Wagner

FC-Wohlen-Schuhe als Bonus

Für die Finanzierung der neuen Beleuchtungsanlage hat sich die Führungscrew der Freiämter mit Meier und Präsident Lucien Tschachtli an der Spitze etwas Besonderes einfallen lassen. «Wir gründen eine Lichtgesellschaft mit einem Mitgliederbeitrag von mindestens 1000 Franken und hoffen, dass wir damit einen Teil des benötigten Geldes sicherstellen», sagt Meier. 1000 Franken sind auf den ersten Blick eine stattliche Summe. Aber der Gegenwert für diesen Betrag kann sich sehen lassen: Wer einen solchen Schein zeichnet, der wird nicht nur Mitglied der Lichtgesellschaft, sondern kommt in den Genuss weiterer Privilegien: Mitglieder von Fiat Lux erhalten eine Einladung zum Einweihungsfest der Flutlichtanlage mit vielen spektakulären Einlagen. Zudem haben sie das Recht auf einen Namenseintrag auf einem Tribünenstuhl im Stadion Niedermatten und das Recht auf eine Namenaktie zu nominell 100 Franken der FC Wohlen AG. Und, quasi als Sahnehäubchen oben drauf, gibt es ein exklusives Paar FCW-Freizeitschuhe mit gewünschter Grösse. Wenn das mal keine Schnäppchen sind.

Wer einen Tausender locker macht, wird auf den Niedermatten-Sitzen verewigt.

Wer einen Tausender locker macht, wird auf den Niedermatten-Sitzen verewigt.

Foto Wagner

Also: Wer den FC Wohlen schon bald in einem besseren, sprich schärferen Licht sehen möchte, sich mit dem Klub solidarisiert und im Freiamt weiterhin Fussballspiele auf hohem Niveau sehen möchte, der sollte nicht zögern, einen Tausender locker zu machen. Läuft alles plangemäss, kann die neue Beleuchtungsanlage mit 500 Lux spätestens zu Beginn der Rückrunde in Betrieb genommen werden. Die neue Anlage im Stadion Niedermatten wird übrigens so gebaut, dass eine Umrüstung auf satte 750 Lux möglich ist. Das ist clever. Man weiss ja nie, was sich die Verantwortlichen der Swiss Football League in Zukunft noch alles einfallen lassen, um den FC Wohlen zu ärgern oder sogar aus dem Konzert der Top 20 des Schweizer Fussballs zu kippen.

Schultz ist angeschlagen

Nach dem guten Start in die Saison mit dem überraschenden 3:1-Auswärtssieg in Winterthur musste der FC Wohlen vier Niederlagen in Serie einstecken. In der Meisterschaft verlor man der Reihe nach gegen Schaffhausen, Wil und Xamax. Und in der ersten Hauptrunde des Schweizer Cups gab es ein 0:4 gegen Linth. Die Pleite gegen den Klub aus der 2. Liga inter war der bisherige Tiefpunkt. «Wir haben gegen Linth schlecht gespielt, grottenschlecht sogar», sagt Trainer Ranko Jakovljevic. «Aber ich bin sicher, dass der FC Wohlen mit allen Klubs der Challenge League mithalten, ja sogar gegen alle gewinnen kann.» Im Auswärtsspiel beim Aufsteiger Rapperswil-Jona soll nun alles besser werden. Angeschlagen sind Mittelfeldspieler Muhamed Seferi und Captain Alain Schultz. Beide haben muskuläre Probleme, sollten aber trotzdem einsatzfähig sein. (ruku)

Hinweis: Der FC Wohlen spielt am Samstag um 19.00 Uhr auswärts gegen den FC Rapperswil-Jona.