Handball
Fend bekommt Misha Kaufmann als Assistent für die Abstiegsrunde

Die Nachricht kam aus heiterem Himmel: Guido Frei, Coach des HSC Suhr Aarau, verlässt den Verein per sofort. Selbst Trainer Patrik Fend hatte nichts davon geahnt.

Fabio Baranzini
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Patrik Fend (in der Aarauer Altstadt) nimmt morgen mit dem HSC die Abstiegsrunde in Angriff.

Patrik Fend (in der Aarauer Altstadt) nimmt morgen mit dem HSC die Abstiegsrunde in Angriff.

Fabio Baranzini

Team-Coach Guido Frei ist also per sofort weg. Eine spezielle Situation ist das auch für den 32-jährigen Patrik Fend: «Ich war völlig überrascht, als ich von Guido davon erfuhr. Dieser Schritt hat sich überhaupt nicht angekündigt». Über die Gründe, die zur Trennung geführt haben, kann aber auch Fend nur spekulieren.

Der Zeitpunkt der Entlassung ist so kurz vor dem Start der Abstiegsrunde sicherlich nicht optimal, denn es ist ein offenes Geheimnis, dass Fend sich für diese Spielzeit einen Partner für das Amt des Trainers wünschte, nachdem er das Team während dreier Jahren in Eigenregie geführt hatte. Diesen hatte er in Guido Frei gefunden. «Wir haben uns beinahe blind verstanden und uns oft ausgetauscht», sagt Fend. Der Verein hat nun reagiert und stellt Fend den verletzten Captain Misha Kaufmann als Coach zur Seite.

Offene Zukunft

Doch die Neuigkeiten in Sachen Trainer des aktuell besten Handballteams des Kantons enden nicht mit der Auflösung der Zusammenarbeit mit Guido Frei und dem vorübergehenden Einsatz von Kaufmann. Patrik Fend wird sein Amt beim HSC Ende Saison niederlegen – auf eigenen Wunsch. Er wird durch Markus Jud ersetzt. «Mein Vertrag bei Suhr läuft Ende Mai aus. Bei einer Verlängerung hätten wir über zwei oder drei weitere Jahre verhandelt, doch das wollte ich nicht. Ich brauche nach gut drei Jahren eine neue Herausforderung», erklärt Fend. Viele Spieler würden schon fünf Jahre bei ihm trainieren und er sei überzeugt, dass sie ein neues Gesicht und neue Inputs brauchen, um sich weiter entwickeln zu können. Ob die Zukunft von Fend in einer anderen Funktion beim HSC Suhr Aarau liegt, ist derzeit noch unklar. «Es ist noch alles offen. Die Verhandlungen laufen», meint er dazu.

Harter Brocken zum Start

Doch das ist alles Zukunftsmusik. Vorerst gilt die Aufmerksamkeit von Patrik Fend und seinem Team dem Start der Abstiegsrunde. Und dort wartet morgen (17 Uhr, Schachen) mit dem BSV Muri Bern gleich der Leader. «Die Berner sind sicher der klare Favorit, aber sie haben ein Spiel, das uns liegt», sagt Fend. Unabhängig davon erwartet der Trainer von seinen Jungs in der Abstiegsrunde vollen Einsatz. «Jetzt weiss auch der Hinterste und Letzte, worum es geht. Auf uns warten zwölf Finalspiele im Kampf um den Ligaerhalt. Und den wollen wir erreichen, egal wie.» Damit dies klappt, hat der HSC in der Winterpause intensiv im taktischen Bereich gearbeitet – vor allem im Angriff. Fend hat seinen Schützlingen genauere Anweisungen gegeben, sodass sie in jeder Situation wissen, was sie zu tun haben. Auf diese Weise sollen die überhasteten und unüberlegten Abschlüsse, welche die Suhrer schon einige Zähler gekostet haben, verhindert werden.

Darüber hinaus gibt es gute Nachrichten von der Verletzungsfront. «Uns fehlen neben Kaufmann lediglich noch Tim Aufdenblatten, der aber bald zurückkehren wird, und Martin Pramuk, dem es bereits viel besser geht», sagt Fend. Der HSC Suhr Aarau scheint also gerüstet für die entscheidende Phase der Meisterschaft.