Fischer hat im Kanton inzwischen Kultstatus erlangt und gewann vor einem Jahr sogar die Wahl zum Aargauer des Jahres.

Aber auch Silvan Dillier ist eine Persönlichkeit, die Nachhaltigkeit verspricht. Er steht als Radprofi erst am Anfang seiner Karriere. Eine weitere Steigerung und noch grössere Erfolge sind nicht auszuschliessen, ja sogar wahrscheinlich. Feiert der bodenständige Ehrendinger also bald schon den Hattrick als Aargauer Sportler des Jahres?

Vorerst darf er sich an der aktuellen Auszeichnung freuen. Das Kandidatenfeld mit zwei Olympiaheldinnen und drei Aargauer Weltmeistern war so stark wie noch nie, der Wahlausgang entsprechend hauchdünn. Mathematisch gesehen kann man von einem Zufallssieger sprechen, logisch betrachtet geht sein Erfolg mehr als in Ordnung.

Dillier hat in einer weltweiten Sportart Fuss gefasst, klassierte sich in seiner ersten Profsaison nicht weniger als 17-mal in den Top 10 des Klassements. Und er darf eine WM-Goldmedaille sein Eigen nennen.

Bleibt das Stichwort Doping. Jeder erfolgreiche Radprofi wird danach gefragt. Auch wir haben Silvan Dillier bei seinem ersten Wahlsieg vor zwei Jahren mit diesem Thema konfrontiert und tun es heute wieder. Er ist der einzige Aargauer Sportler des Jahres, der je dazu Stellung nehmen musste. Das ist ungerecht.

Man kann einwenden, die Radprofis seien selber schuld, dass sie sich immer und immer wieder mit dem Thema Doping auseinandersetzen müssen. Aber warum soll Silvan Dillier schuldig sein, wenn andere bescheissen? Der junge Aargauer hat noch als Kind jene Sportart für sich ausgewählt, die ihm am besten gefällt, für die er die grösste Leidenschaft verspürt. Und nicht jene, die in der Öffentlichkeit den besten Ruf hat.

Er hat in seiner Disziplin den Weg an die Spitze konsequent verfolgt, hat viele Entbehrungen auf sich genommen. Das Leben eines Leistungssportlers besteht vor allem aus viel Verzicht. Und nur selten aus Lohn. An der Aargauer Sport-Gala hat ihn sich Silvan Dillier verdient. Uneingeschränkt.

Mutter Verena Dillier: «Das zeigt, dass seine Leistungen estimiert werden»