Handball
Fehlende Spitzenteams wirken sich bereits früh aus

Den jungen Handballerinnen der U15-Regionalauswahl aus dem Aargau lief es beim Finalturnier nicht rund. Da bemerkt man die fehlenden Spitzenteams im Aargau. Einziger Lichtblick ist, dass es zwei Aargauerinnen in die nationale Auswahl geschafft haben.

Alexander Wagner
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Hannah Bopp (links) von der RA HRV Aargau Plus.
Stephanie Luescher (rechts) vom HRV Aargau Plus.
Annika Pettersson, Trainer der HRV Aargau Plus.
Bopp Hannah, HRV AG Plus. © Alexander Wagner
Ladina Vonder Muehll, HRV Aargau Plus.
Ladina Vonder Muehll, HRV Aargau Plus.
Daphne Gautschi vom TV Muri in der RA HRV Aargau Plus. © Alexander Wagner

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Genau wie bei den Männern fehlt auch bei den Frauen ein Aargauer Spitzenteam. Während sich im Aargau fünf NLB-Teams um den Spitzenplatz im Kanton balgen, sind die Frauen von Zofingen unangefochten die Nummer eins. Sie kehren aber erste nächste Saison ins Oberhaus zurück und danach folgt - zu lange - nichts. Das macht sich bereits bei den U15-Juniorinnen bemerkbar.

Zum Auftakt ergatterten die jungen Aargauerinnen ein Unentschieden gegen die Auswahl aus Basel. «Aber wir sind nicht gut gestartet und danach auch nicht richtig ins Spiel gekommen», wusste die schwedische Cheftrainerin Annika Pettersson.

In den zwei folgenden Partien setzte es ebensoviele derbe Niederlagen ab. «Da waren wir zwei Mal von der Rolle», wusste auch die Trainerin, welche die Regionalauswahl auf diese Saison hin übernommen hatte.

Am Ende schaute für die Aargauerinnen vor heimischem Publikum im Tägerhard nur der siebte und letzte Platz heraus. die Mädchen vom HRV Aarau Plus können nicht das gleiche Tempo gehen wie ihre Gegnerinnen, zudem fehlt es teilweise an der Technik aber auch an der Ausdauer, weil sie im Club nicht auf einem genügend hohen Level gefordert und gefördert werden.

Der einzige Lichtblick war, dass es zwei Aargauerinnen in die nationale Auswahl geschafft haben: Die Regionalauswahlen sind das Gefäss, aus welchen die U16-Nationalspielerinnen nominiert werden. Mit Goalie Janine Lehner (SG Aargau West) und der Flügelspielerin Daphne Gautschi (TV Muri) haben zwei den Sprung geschafft.

Während andere Regionen von der Juniorenarbeit der Spitzenteams profitieren, fehlt diese weitgehend im Aargau. «Wir haben nicht die gleichen Voraussetzungen. Nur gerade zwei Spielerinnen agierten diese Saison auf der höchsten Inter-Stufe», weiss die Schwedin, die in der Schweiz schon lange trainiert, aber selber nie auf Torejagd ging.

Der Aargau hat zwar starke Spielerinnen, die aber früh zu den Schweizer Topteams oder gar in die Bundesliga wechseln wie die Frey-Schwestern oder andere Nationalspielerinnen, die mit Spono den Cupsieg oder mit Zug den Meistertitel feierten.

Doch im Aargauer Handball scheint es im Moment immer das gleiche Lied zu sein: Viel Breite, doch zu wenig Spitzenteams um die guten Handballer auch in unserem Kanton zu halten.

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