Super League
FCA: Während dreissig Minuten das Kämpfen vergessen

«Die entscheidenden Zweikämpfe verloren», «hätten mit Normalleistung gepunktet», «waren zu wenig zwingend». Nach der 1:2-Niederlage auswärts gegen den Grasshopper Club Zürich geben sich die Aarauer selbstkritisch.

Markus Brütsch
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GC-Stürmer Munas Dabbur behauptet den Ball gegen die Aarauer Verteidiger Marco Thaler (vorne) und Kim Jaggy.

GC-Stürmer Munas Dabbur behauptet den Ball gegen die Aarauer Verteidiger Marco Thaler (vorne) und Kim Jaggy.

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Lange in Erinnerung bleiben wird dieses Spiel wohl keinem, der den Samstagabend im Letzigrund verbracht hat. Zu verhalten, zu passiv und zu emotionslos hatten die beiden Mannschaften ihre Arbeit verrichtet. Weil die Grasshoppers in der ersten Halbzeit die Einladung der unvermittelt abbauenden Aarauer angenommen und sich ein paar gute Chancen herausgespielt hatten, ging ihr 2:1-Sieg nach Toren von Ravet (25.), Abrashi (64.) und dem Treffer der Gäste von Nganga (76.) am Ende in Ordnung. Zumal ihnen Schiedsrichter Sebastien Pache nach einem Foul von Frano Mlinar an Anatole Ngamukol einen Penalty unterschlagen hatte.

Ein Abend zum Vergessen

So war es irgendwie verständlich, dass sich die Aarauer Spieler nach einem Abend zum Vergessen nicht mehr allzu sehr mit der Analyse des Spiels befassen wollten; zumal ihnen Trainer Sven Christ gewiss noch die eine oder andere Sequenz dieses Spiels vor Augen halten wird. Vor allem die Phase zwischen der 15. Und 45. Minute hatte dem Fussballlehrer nicht gefallen, nachdem sein Team vielversprechend gut ins Spiel gefunden hatte. «Dann haben wir zwei, drei entscheidende Zweikämpfe verloren und zuweilen die Bälle nur noch weggeschlagen», monierte Christ. «Dass wir in dieser halben Stunde kämpferisch nicht dagegen gehalten haben, ist eigentlich untypisch für unsere Mannschaft.» Im Hinspiel seien sie von der Aggressivität der Grasshoppers überrascht worden, am Samstag nun von deren Passivität zu Beginn des Spiels und während der zweiten Halbzeit. «Mit unserem Auftritt nach der Pause war ich zufrieden», sagte Christ. «Wir haben nicht aufgegeben und bis zum Schlusspfiff für ein Unentschieden gekämpft.»

Sandro Burki sagte: «Wir haben es probiert, aber es war zu wenig zwingend.» Sie hätten nicht besonders gut gespielt, und doch sei Aarau in der zweiten Halbzeit die bessere Mannschaft gewesen, sagte der Captain. «Das bedeutet: Hätten wir unsere Normalleistung abrufen können, wären wir nicht ohne Punkte heimgefahren.»

Effiziente Hoppers

Für Offensivmann Luca Radice ist Aarau weniger an sich selber gescheitert, sondern am Gegner. «GC hat uns sehr früh gestört, sodass wir unser Spiel nur selten richtig aufbauen konnten. Wir dagegen waren nicht ganz so gut organisiert wie in den letzten Partien», sagte Radice. Auch sei der Gegner effizienter gewesen. «Wir haben zwar bis am Schluss alles versucht, um noch einen Punkt mitzunehmen, aber es hat an diesem Abend einfach nicht gepasst.» Es gelte nun vorwärts zu schauen, sagte Radice. «Wir freuen uns auf die beiden Heimspiele gegen die Young Boys und St. Gallen.»