Marco Schällibaum, ein solches Trainingslager ist immer auch ein grosser Kostenpunkt. Hat es sich gelohnt?

Marco Schällibaum: Definitiv. Einerseits waren die Rahmenbedingungen hier gut, andererseits ist es auch immer sehr wichtig, dass wir als Mannschaft zusammen arbeiten können. In Spanien haben wir neben dem Rasen auch den Tagesablauf zusammen gestaltet. Gerade auch in dieser Hinsicht habe ich eine tolle Mannschaft.

Woran machen Sie das fest?

Zum einen sind meine Spieler sehr pflichtbewusst, zum anderen haben wir einen sehr guten Teamspirit. Deshalb habe ich mich vor dem zweiten Testspiel vom Mittwoch bei der Mannschaft bedankt. Für das Verhalten auf, aber auch neben dem Platz. Gerade auch das Auftreten im Hotel hat mir sehr gut gepasst. Da zeigten sie sich ebenso diszipliniert wie auf dem Rasen.

Wie haben Sie die Trainingsbedingungen an der Costa del Sol erlebt?

Wir haben hier so arbeiten können, wie ich mir das vorgestellt habe. Mit zwei guten Testspielen, in denen wir auch den Rhythmus gefunden haben. Das Wetter war mit Ausnahme der beiden ersten Tage sehr gut. Die Temperaturen waren ideal. Mit dem ersten Trainingsplatz waren wir nicht ganz glücklich, deshalb haben wir diesen am Wochenende gewechselt. Aber insgesamt haben wir das Programm so durchziehen können, wie wir es angedacht hatten. Und das ist das Wichtigste.

Gab es Momente, in denen der «Lagerkoller» Einzug gehalten hat?

Für mich persönlich nicht. Wir verbringen hier schliesslich keine Ferien. Als Trainer steht man sowieso immer unter der Anspannung, dass etwas passieren könnte. Da läuft man nicht Gefahr, dass es so weit kommen könnte. Für die Spieler sieht es vielleicht etwas anders aus. Für sie waren es harte, sehr intensive Tage. Neben dem Training erfordert auch das Zusammenleben mehr Rücksicht untereinander. Da gab es vielleicht so gegen Sonntag schon ein kleines bisschen «Lagerkoller», aber das geht jeweils schnell vorüber.

Also kam der Team-Event zum richtigen Zeitpunkt?

Das Timing für das Rennen auf der Kartbahn war ideal. Dieser Break hat für etwas Ablenkung gesorgt und so auch die Basis dafür geschaffen, dass wir die zweite Hälfte des Trainingslagers wieder voller Energie angehen konnten.

Welche neuen Erkenntnisse über Ihr Team haben Sie in Spanien gewonnen?

Dass wir noch flexibler sein können. Wir haben in den beiden Testspielen mit dem Zwei-Mann-Sturm und dem Zehner dahinter sehr offensiv gespielt. So können wir Spiele offensiv entscheiden. Sébastien (Wüthrich, Anm. d. Red.) hat in den Testspielen sehr gut gearbeitet. Ihm haben die Einsatzminuten nach seiner Verletzung sehr gut getan. Wenn man über einen Spieler mit seinen Qualitäten verfügt, dann muss man das auch nutzen. Gerade auch, weil er gut mit zwei Stürmern harmoniert. Auch defensiv wurde sehr gut gearbeitet. Jetzt muss ich entscheiden, wie die richtige Mischung zwischen offensivem Drang und defensiver Stabilität genau aussieht.

Ist Ihre Mannschaft bereit für den Rückrundenstart in einer guten Woche?

Der Fahrplan stimmt. Wir hatten zu Beginn der Vorbereitungen etwas Mühe mit den vielen kranken Spielern. Zusammen mit den Verletzten haben da manchmal acht, neun Spieler gefehlt. Doch jetzt konnten wir bis auf die Langzeitverletzten fast komplett trainieren. Die nötige Frische werden die Spieler bis zum Rückrundenstart wiedererlangt haben. Ich bin der Meinung, dass wir auf einem guten Weg sind.