Christopher Teichmann kommt ursprünglich aus dem nordrhein-westfälischen Siegen. Der Name der Stadt ist für talentierte Fussballer das beste Mittel, um auf sich aufmerksam zu machen. Er lässt sich zudem prima auf das bisherige Leben des 19-jährigen Flügelspielers übertragen. Vor 15 Jahren zog es die Teichmanns in den Aargau und bei den Junioren des FC Baden machte Christopher seine ersten fussballerischen Schritte.

Teichmanns Potenzial blieb nicht unbemerkt und ermöglichte ihm den Wechsel in die U15 des FC Aarau. Nebenbei absolvierte er erfolgreich die Bezirksschule. Nicht nur hinter der Schulbank ging es für den schweizerisch-deutschen Doppelbürger stets aufwärts. Nach überzeugenden Leistungen beim Team Aargau U18 war es an der Zeit, Teichmann an den Erwachsenen-Fussball heranzuführen. Eine Ausleihe an den ambitionierten 1.-Ligisten FC Baden bot sich an.

Vom gefeierten Talent in Vergessenheit

Zurück beim FCA und mitten in der Vorbereitung zur vergangenen Super-League-Saison wurde Teichmann vom damaligen Aarau-Trainer René Weiler für das Trainingslager der ersten Mannschaft nominiert. Der pfeilschnelle Mittelfeldspieler überzeugte derart, dass er sich zum Saison-Auftakt in der Startaufstellung des FC Aarau wiederfand und vor fast 30000 Zuschauern dem grossen FC Basel gegenüberstand.

Die Bilanz von acht Einsätzen in der höchsten Spielklasse – und das mit gerade mal 17 Jahren – kann sich ohne Zweifel sehen lassen. «Doch ich habe mir nach dem tollen Start mehr erhofft», meint Teichmann heute und ergänzt: «Ich musste erfahren, wie schnell man vom gefeierten Talent wieder in Vergessenheit gerät, wenn es mal nicht so rund läuft.» Beim FC Aarau hat nun Sven Christ das Sagen. Der neue Cheftrainer kennt Teichmann von seiner letzten Station als Baden-Trainer. Christ fand für den Senkrechtstarter im Vergleich zu Weiler (noch) keine Verwendung.

«Ich mussmeinen Körper besser einsetzen»

Daraufhin nahmen die Aarauer Kontakt zum BSC Old Boys auf und man einigte sich rasch auf ein Leihgeschäft. «Schön, dass unser Verein in den Überlegungen von Super-League-Teams berücksichtigt wird,» zeigt sich OB-Sportchef Walter Schneider glücklich. Mit Teichmanns Leistungen in gelbschwarz ist er zufrieden, sieht aber Steigerungspotenzial und ist damit gleicher Meinung wie Teichmann selbst: «Ich muss in den Zweikämpfen noch aggressiver werden und meinen Körper besser einsetzen.»

Das erste Zwischenfazit fällt dennoch positiv aus: «Ich komme zu meiner Spielpraxis, habe bei den Old Boys eine super Truppe angetroffen und will helfen, den Ligaerhalt zu schaffen.» Der Umweg über OB soll ihn spätestens im Sommer wieder zum FC Aarau und in die Super League führen. Vier Treffer und drei Assists in zehn Einsätzen sind ein vielversprechendes Zeichen dafür, dass Teichmann die Rückkehr ins Oberhaus gelingen kann.