Fussball
FCA-Talent ist schnell, konditionell gut und stets locker

Mit Joël Mall, Loris Benito, Joël Geissmann und Silvan Widmer absolvieren momentan vier FCA-Talente die Sportkantonsschule in Aarau. Der 18-jährige Widmer gibt sich selbstbewusst und sagt: «Ich bin mit mir ganz zufrieden.»

Von ruedi kuhn
Merken
Drucken
Teilen
Silvan Widmer trifft heute mitseinem FC Aarau im Cup-Achtelfinal auf den FC St. Gallen. Der19-Jährige ist U21-Nationalspieler und wird Ende 2013 zum FCGranada nach Spanien wechseln.

Silvan Widmer trifft heute mitseinem FC Aarau im Cup-Achtelfinal auf den FC St. Gallen. Der19-Jährige ist U21-Nationalspieler und wird Ende 2013 zum FCGranada nach Spanien wechseln.

Alexander Wagner

Ein Tag mit Silvan Widmer? Bitteschön. Der Trommelwirbel am Morgen? Kurz nach 6 Uhr. Die Bettruhe am Abend? Gegen 23 Uhr. Kurz vor Mitternacht neigt sich also ein langer Tag dem Ende entgegen. Sieben Stunden Schlaf müssen für die Erholung reichen. Manchmal ist Silvan Widmer schon etwas müde. «Megamüde», wie er sagt.

Schule, Hausaufgaben und Fussball unter einen Hut zu bringen, ist nicht immer einfach. «Am schlimmsten ist es um die Mittagszeit», sagt der Rechtsverteidiger vom Team Aargau U21. «Dann würde ich gerne etwas schlafen.» Schlafen aber gilt nicht. Nicht jetzt, wo alles so gut läuft. Schliesslich will er möglichst schnell nach oben «Um eine Profikarriere zu schaffen», erklärt er, «bin ich bereit, viele Opfer zu bringen.»

«Schon als Junior oft der Beste»

Keine Angst, nicht jeder Tag ist so stressig wie der Erwähnte. «Und», sagt der Abwehrspieler lächelnd, «ich bleibe in allen Lebenslagen locker.» An Selbstbewusstsein fehlt es dem jungen Mann auch nicht. Oder, um es mit seinen Worten zu sagen: «Ich war schon als Junior oft der Beste. Und kann mich auch heute nicht beklagen.» Das Fussball-Abc hat Widmer in Würenlos gelernt.

Was waren das für Zeiten, als der Knirps den älteren Bruder Fabio im Garten der Eltern quasi schwindelig gespielt hat. Im Alter von 13 Jahren wechselte er vom SV Würenlos zum FC Baden. Seit vier Jahren spielt das 1,82 Meter grosse und 81 Kilogramm schwere Talent für den FC Aarau und ist Stammspieler des Teams Aargau U21.

Im Kader der U18-Auswahl

Dass er in den vergangenen Monaten Fortschritte gemacht hat, ist offensichtlich. Seit September vergangenen Jahres zählt Silvan zum Kader der Schweizer U18-Auswahl und hat bereits sieben Länderspiele hinter sich. Die Bilanz: Vier Siege, ein Unentschieden und zwei Niederlagen. U18-Coach Gérard Castella hält grosse Stücke auf den jungen Mann. Verblüffend ist seine Schnelligkeit. Die 40 Meter absolviert er nach eigener Aussage in 5.05 Sekunden.

Die konditionellen Werte können sich ebenfalls sehen lassen. Entsprechend hoch sind die Ziele: Bis 2013 will Widmer die Prüfungen für die Matura absolvieren. Danach möchte er voll und ganz auf die Karte Fussball setzen. Und seinen grossen Vorbildern Dani Alves von Barcelona und Steven Gerrard von Liverpool nacheifern.

Kein Zweifel, Silvan Widmer ist auf dem Weg nach oben. Zu Beginn dieses Jahres hat er beim FC Aarau seinen ersten Vertrag unterschrieben. Die 500 Franken pro Monat braucht er vor allem fürs Essen. «Manchmal gehen meine Kollegen und ich zum Chinesen. Oder dann in den Bunker, der gleich neben der Kanti ist. Dort», sagt Silvan zum Abschluss des Interviews mit strahlendem Gesicht, «kann man für acht Franken so viel essen wie man will.» Na dann, Silvan, guten Appetit.