Daniel Gygax kam, sah und traf die Torumrandung. Kurz nach seiner Einwechslung in der 77. Minute schoss der Stürmer den Ball aus kurzer Distanz an die Lattenunterkante. «Das war Pech, einfach nur Pech», sagte Gygax. «Ich sah bereits das Netz zappeln.» Sekunden später zwinkerte der 32-Jährige mit den Augen und fügte hinzu: «Der FC Luzern kann froh sein, dass mein Einsatz nur eine Viertelstunde dauerte. Hätte ich länger gespielt, wäre es für meine ehemaligen Teamkollegen wohl nicht so einfach gewesen...» Humor ist nun mal, wenn man trotzdem lacht.

Gygax hätte gerne von Beginn gespielt

Und trotzdem: Gygax war sichtlich enttäuscht, dass er ausgerechnet gegen seinen früheren Verein nicht von Beginn an spielen durfte. «Ich hätte gerne mehr als nur einen Kurzeinsatz gehabt», erklärte Aaraus Offensivspieler mit der Nummer 11. «Aber der Trainer ist nun mal der Boss. Er entscheidet, wer spielt und wer nicht. Und eines habe ich im Verlauf meiner Karriere gelernt: Im Fussball läuft es nicht immer so, wie man es sich wünscht. Hätte ich das 2:2 erzielt, wäre ich zum Helden geworden. Nun aber jubelt der FC Luzern.» Gygax sah trotz der bitteren Niederlage auch positive Aspekte: «Der FC Aarau hat in der Schlussphase trotz Unterzahl viel Moral gezeigt und wäre dafür beinahe noch belohnt worden. Uns fehlte in der entscheidenden Phase ganz einfach das Glück.»

Das Stürmerproblem des FC Aarau

Glück hin, Pech her; eines hat die 1:2-Niederlage gegen Luzern vor 5368 Zuschauern im Brügglifeld in aller Deutlichkeit gezeigt. Der FC Aarau hat ein Stürmerproblem. Die Auswahl für FCA-Trainer René Weiler vor dem Anpfiff war klein. Sehr klein. Weil der Schwede Linus Hallenius wieder einmal verletzt war, blieben nur Dante Senger oder Gygax.

Weiler entschied sich für Senger und gegen Gygax. Einfach deshalb, weil sich der 35-fache Internationale in den Trainings vom Montag und Dienstag nicht für einen Einsatz empfehlen konnte. Senger dankte es Weiler mit seinem dritten Saisontreffer. Und dürfte für dieses Erfolgserlebnis schon bald mit einem neuen Vertrag belohnt werden.

Und Gygax? Jener Gygax, von dem Luzerns Sportchef Alex Frei im vergangenen Sommer noch behauptet hatte, er sei ein Kandidat für das Schweizer Nationalteam an der WM 2014 in Brasilien? Im Gegensatz zu Senger ist seine sportliche Zukunft offen.

Gegen Luzern zählte Gygax jedenfalls zu den Verlierern. Genauso wie Linksverteidiger Bruno Martignoni und Allrounder Sandro Foschini, die es nicht einmal ins Aufgebot geschafft haben.

Aarau - Luzern 1:2 (1:1)

Brügglifeld. - 5368 Zuschauer. - SR Schärer. - Tore: 11. Senger (Gonzalez) 1:0. 44. Lezcano (Wiss) 1:1. 72. Rangelov (Stahel) 1:2.

Aarau: Unnerstall; Nganga, Jäckle (77. Gygax), Bulvitis, Jaggy; Ionita, Burki; Gonzalez (77. Andrist), Lüscher, Radice (89. Garat); Senger.

Luzern: Zibung; Hochstrasser (56. Affolter), Stahel, Puljic, Lustenberger; Winter, Wiss (64. Renggli), Bozanic, Hyka; Rangelov, Lezcano (86. Bento).

Bemerkungen: Aarau ohne Hallenius (verletzt), Luzern ohne Sarr, Freuler, Thiesson (alle gesperrt), Matri, Mikari (beide verletzt). 57. Gelb-Rot gegen Burki (Foul). 84. Lattenschuss von Gygax. 1:2 Verwarnungen: 24. Wiss (Foul), 31. Hochstrasser (Unsportlichkeit), 41. Ionita, 51. Burki, 58. Lustenberger, 86. Lezcano, 93. Rangelov (alle Foul).

Lesen Sie hier den Liverticker nach:

Endstand: FC Aarau - FC Luzern 1:2 (1:1)

92. Minute: Verwarnung gegen Rangelov (Foulspiel).

90. Minute: Es werden mindestens vier Minuten nachgespielt. Da geht noch etwas.

89. Minute: Letzter Wechsel bei Aarau - Garat für Radice.

86. Minute: Verwarnung gegen Puljic (Foulspiel). Letzter Wechsel bei Luzern: Bento für Lezcano.

84. Minute: Und plötzlich ist die Chance hier - Gygax trifft nur die Querlatte. Viel Pech für den Ex-Luzerner

77. Minute: Doppelwechsel bei Aarau - Gygax für Jäckle, Andrist füt Gonzalez. Offensiv total bei den Aarauern.

75. Minute: Nächster Kopfball von Rangelov - knapp vorbei.

72. Minute: TOR für Luzern - 1:2! Nach einem Flanke von rechts köpft Rangelov aus kurzer Distanz ein.

67. Minute: Es sind 5'368 Zuschauer anwesend.

64. Minute: Zweiter Wechsel bei Luzern - Renggli für Wiss.

63. Minute: Was ist nun das Ziel der Aarauer? Eigentlich müssen drei Punkte her, aber in Unterzahl ist nun zuerst einmal ein Punktgewinn zu sichern.

62. Minute: Eine Unsicherheit bei Nganga. Hyka versucht sich mit einer Flugeinlage. Schiedsrichter Schärer ist unbeeindruckt.

59. Minute: Radice versucht es auf eigene Faust; sein Schuss fliegt aber nur ins Fangnetz hinter dem Tor.

58. Minute: Verwarnung gegen Lustenberger (Foulspiel).

57. Minute: Platzverweis gegen Burki (wiederholtes Foulspiel). Das war unnötig, dieses taktische Foulspiel.

56. Minute: Erster Wechsel bei Luzern - Affolter für den verletzten Hochstrasser.

53. Minute: Nach einem ungenügend abgewehrten Freistoss kommt Lezcano aus kurzer Distanz zum Abschluss - ins Aussennetz.

51. Minute: Verwarnung gegen Burki (Foulspiel).

47. Minute: Erster Abschluss von Hyka, aber Unnerstall sicher.

20.46 Uhr: Anpfiff zur zweiten Halbzeit. Keine Auswechslungen.

Halbzeit: Nach 45 Minuten steht es zwischen Aarau und Luzern in einer ausgeglichenen, umkämpften Begegnung weiterhin 1:1.

44. Minute: TOR für Luzern - 1:1! Lezcano kann mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze ausgleichen.

42. Minute: Ein Luzerner Kopfball in Anschluss an einen Freistoss holpert knapp am Aarauer Gehäuse vorbei.

41. Minute: Verwarnung gegen Ionita (Foulspiel).

39. Minute: Nach einem Freistoss von rechts (durch Radice) kommt Nganga freistehend zum Kopfball - vorbei. Das war eine grosse Chance auf einen zweiten Aarauer Treffer.

33. Minute: Hochstrasser beweist nun schauspielerisches Talent - ohne Erfolg. Es wird langsam gehässiger im Brügglifeld.

31. Minute: Verwarnung gegen Hochstrasser (Unsportlichkeit).

27. Minute: Radice wird am Strafraum angespielt. Er versucht es mit einem Direktschuss, verfehlt sein Ziel aber deutlich.

24. Minute: Verwarnung gegen Wiss (Foulspiel an Ionita).

20. Minute: Eine schöne Einzelaktion von Winter, doch der Abschluss von der Strafraumgrenze misslingt völlig. Keine Gefahr.

15. Minute: Lezcano prüft Unnerstall mit einem Kopfball. Corner. Danach verzieht Hyka von linksaussen nur knapp.

11. Minute: TOOOOOOOOOR für Aarau - 1:0! Nach einem Luzerner Ballverlust spielt sich der FCA zügig durch die gegnerischen Reihen. Die Hereingabe von Gonzalez kann schliesslich Senger zur frühen Führung einnicken.

9. Minute: Lüscher versucht es aus spitzem Winkel, aber am gegnerischen Tor vorbei.

6. Minute: Direktabnahme von Bozanic - im ersten Saisonvergleich noch Doppeltorschütze - direkt in die Arme von Goalie Unnerstall.

2. Minute: Gonzalez mit dem ersten Antritt. Er leitet weiter auf Lüscher, dessen Flanke zum ersten Corner geklärt wird. Danach fällt das Leder vor die Füsse von Burki, doch der Captain kommt nicht zum Abschluss.

19.45 Uhr: Anpfiff durch Schiedsrichter Sandro Schärer.

Aufstellung Aarau: Unnerstall; Nganga, Jäckle, Bulvitis, Jaggy; Burki, Ionita; Gonzalez, Lüscher, Radice; Senger. - Auf der Ersatzbank: König; Andrist, Garat, Gygax und Schultz. - Nicht dabei: Hallenius (verletzt), Foschini, Mall, Martignoni (alle nicht im Aufgebot) und Teichmann (U-19-Nationalmannschaft).

Aufstellung Luzern: Zibung; Hochstrasser, Stahel, Puljic, Lustenberger; Wiss; Winter, Lezcano, Bozanic, Hyka; Rangelov. - Auf der Ersatzbank: Bucchi; Affolter, Aliti, Bento, Kryeziu, Neziraj und Renggli. - Nicht dabei: Freuler, Sarr, Thiesson (alle gesperrt), Matri, Mikari, Sliskovic (alle verletzt) und Wüthrich (nicht im Aufgebot).

Die Zentralschweizer müssen heute Abend gleich auf drei Gesperrte (Freuler, Sarr, Thiesson) verzichten. Auf der Gegenseite kann Aarau-Cheftrainer René Weiler - mit Ausnahme von Hallenius - auf das gesamte Kader zählen; auch Captain Sandro Burki und Topskorer Sven Lüscher (zuletzt gesperrt) stehen wieder zur Verfügung.

Die Aarauer konnten ihre letzten Heimspiele gegen Sion (2:0) und YB (2:1) für sich entscheiden, verloren aber zuletzt in St. Gallen (1:4) und Thun (0:2) - und somit auch den Anschluss an die internationalen Ränge. Luzern ist nach einer starken Hinrunde auf Rang 5 abgerutscht und wartet seit November 2013 (2:1 gegen GC) auf einen Auswärtssieg.

Es ist das letzte Derby in dieser Saison. Bislang setzte sich immer das Heimteam durch: Im vergangenen Juli feierte der FCA im Brügglifeld eine entfesselte Rückkehr in die oberste Spielklasse mit einem 4:2-Erfolg gegen Luzern. In der Zentralschweiz setzte sich der FCL jeweils nach späten Toren mit 1:0 bzw. 3:2 durch. Ist nun also wieder Aarau an der Reihe?

Herzlich Willkommen aus dem Stadion Brügglifeld in Aarau. In einer Stunde wird die Super-League-Begegnung zwischen dem FC Aarau und dem FC Luzern angepfiffen.