FC Aarau
FCA-Schällibaum: «Jetzt ist es wichtig, dass wir hungrig bleiben - unsere Serie muss weitergehen»

Die zuletzt so erfolgreichen Aarauer machen Jagd auf Rang drei und treffen innert acht Tagen auf den FC Biel, Xamax und Le Mont. Mittendrin steht Erfolgscoach Marco Schällibaum. Er führte den FCA aus der Krise und dürfte auch in der nächsten Saison Trainer des FC Aarau sein.

Ruedi Kuhn
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Trainer Marco Schällibaum hat als Trainer des FC Aarau eine eindrückliche Bilanz: 14 Spiele, 7 Siege, 5 Unentschieden und 2 Niederlagen.Freshfocus

Trainer Marco Schällibaum hat als Trainer des FC Aarau eine eindrückliche Bilanz: 14 Spiele, 7 Siege, 5 Unentschieden und 2 Niederlagen.Freshfocus

Andy Mueller/freshfocus

Sonntag, 1. November 2015: Marco Schällibaum feiert seine Premiere als Trainer des FC Aarau. Der erste Auftritt an der Seitenlinie geht gründlich in die Hose. Die Mannschaft verliert in der Bieler Tissot Arena sang- und klanglos 1:3.

Die Ernüchterung nach dem Schlusspfiff ist gross. Die FCA-Spieler lassen die Köpfe hängen, hadern mit dem Schicksal und verschwinden ohne grosse Analysen und Kommentare unter der Dusche. Die Fans aber lassen keine Ruhe und fordern Schällibaum mit unmissverständlichen Gesten zu einer Aussprache auf. Der Nachfolger von Livio Bordoli zögert, lässt sich dann aber doch auf Diskussionen mit den sichtlich verärgerten, ja wütenden Anhängern ein.
«Ich habe damals zwei besonders besorgten Fans versprochen, alles zu tun, um mit dem FC Aarau den Weg aus der Krise zu schaffen», blickt Schällibaum zurück. «Und ich bin ein Mensch, der seine Versprechen hält.» Gesagt, getan: Ein knappes halbes Jahr später schwebt Schällibaum auf Wolke sieben.

Die eindrückliche Bilanz

Seine Bilanz nach 14 Spielen ist eindrücklich: Sieben Siege und fünf Unentschieden stehen zwei Niederlagen gegenüber. Das Torverhältnis lautet 19:12. Damit hat sich der FC Aarau von Rang 10 auf Rang 4 verbessert. Neun Runden vor Schluss scheint für die Mannschaft der Stunde (fast) alles möglich.
«Wir haben einen unglaublichen Weg eingeschlagen und eine tolle Phase erlebt», gerät Schällibaum ins Schwärmen. «Jetzt ist es wichtig, dass wir hungrig bleiben. Die Serie soll nämlich weitergehen.» Schällibaum hat seinem Team vor dem Auswärtsspiel in Biel klargemacht, dass er noch lange nicht zufrieden ist.

«Ich habe den Spielern gesagt, dass das Leben eine Gratwanderung ist. Man ist schneller unten als oben.» Heute Sonntag reist der FC Aarau also erneut ins Seeland. Und diesmal sind die Vorzeichen um einiges besser als Anfang November des vergangenen Jahres.

Zwar fehlen mit den gesperrten Stéphane Besle und Miguel Peralta und dem an einer leichten Zerrung laborierenden Captain Sandro Burki gleich drei Titulare, aber die um einen Stammplatz kämpfenden Daniele Romano, Michael Perrier und Bruno Martignoni brennen auf einen Einsatz. Schliesslich wollen sie mehr als nur Reservisten sein.
Zurück zu Marco Schällibaum, der aller Voraussicht nach kurz vor einer Vertragsverlängerung mit dem FC Aarau steht. Roger Geissberger wird den Erfolgstrainer der vergangenen Wochen und Monate in den nächsten Tagen zu einem unverbindlichen Gespräch aufbieten. Der Vizepräsident des FC Aarau möchte die Zusammenarbeit mit dem Trainer fortsetzen.

«Ich bin kein Zocker»

Schällibaum selbst gefällt es im Brügglifeld. «Ich fühle mich sehr wohl in Aarau», sagt er. «Die Arbeit mit dem Trainerstab, mit dem Staff und den Spielern macht mir grossen Spass. Momentan stimmt das ganze Paket. Und», fügt er hinzu, «meine Arbeit ist noch lange nicht zu Ende. Wir stehen erst am Anfang. Die Mannschaft muss sich weiterentwickeln.»
Also alles klar mit Schällibaum und dem FC Aarau? Oder hat der Überflieger nach der Wende zum Guten etwa das eine oder andere Angebot aus der Super League erhalten? «Gerüchte wird es im Fussballgeschäft immer und überall geben», erklärt Schällibaum. «Ich bin aber kein Zocker. Pokern ist nicht mein Ding. Ich bin sehr zufrieden und habe es gut in Aarau. Das soll in Zukunft so bleiben.»

Der Trainer des FC Aarau dürfte also auch in der nächsten Saison Schällibaum heissen. Und weil Sportchef Raimondo Ponte hinter den Kulissen bereits fleissig an der Zusammenstellung des Aarauer Kaders für die Saison 2016/17 bastelt, wird das erfolgreiche Duo ab Juli dieses Jahres aller Voraussicht nach den Aufstieg ins Visier nehmen.

Am nötigen Ehrgeiz wird es den zwei beim Startschuss zum «Unternehmen Super League» nicht fehlen. An der Routine auch nicht. Schällibaum (54) und Ponte (61) bringen es zusammen auf satte 115 Jahre. Wenn das kein Versprechen für eine erfolgreiche Zukunft des FC Aarau ist! Und wie war das schon wieder, wenn Schällibaum etwas verspricht?

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