Die Partie beginnt ideal für den FC Aarau: Der erste gelungene Angriff in der 7. Minute via Jäckle, Frontino und Rossini führt zum 1:0 durch Tasar, der beim Abschluss gedankenschneller ist als die Gegenspieler.

FC Schaffhausen - FC Aarau 3:1 (14.04.2018, Stimmen zum Spiel)

Die FCA-Stimmen zum Spiel

Interviews mit Alessandro Ciarrocchi und Interimstrainer Stephan Keller

Auswärts ein frühes Führungstor – Grund genug, mit breiter Brust aufzutreten? Könnte man meinen. Beim FC Aarau passiert wie so oft das Gegenteil: Völlig unverständlich ziehen sich die Spieler ins Schneckenhaus zurück und lassen wehrlos zu, dass der FC Schaffhausen das Zepter übernimmt. Schon in der 12. Minute ist die Führung nach Sessolos Tor dahin, bis zur 27. Minute steht es nach weiteren Toren von Tranquilli und Cicek gar 3:1 für das Heimteam. 

FCA-Kollektiv gibt bei Gegentoren kein gutes Bild ab

Bei allen Gegentoren gibt die gesamte FCA-Mannschaft kein gutes Bild. Die Schaffhauser können im Aufbauspiel schalten und walten, wie sie wollen – kein FCA-Offensivakteur denkt an ein Pressing. Und dann reicht ein weiter Pass und die FCA-Abwehr ist ausgehebelt. 

In der ersten Halbzeit fehlt es nicht nur an Qualität, sondern bei den gestandenen Spielern genauso an der richtigen Berufseinstellung. Interimscoach Stephan Keller setzt in der Halbzeitpause ein deutliches Zeichen und schickt die FCA-Topskorer Gianluca Frontino und Patrick Rossini unter die Dusche.

Kellers Begründung nach Spielschluss: «Wer nicht marschiert, wer nicht alles gibt, der muss raus. Ich bin weder ein Fanatiker von Jugendförderung noch ein Freund verdienter Spieler. Wer nicht tut, wie ich das will, der wird halt ausgewechselt.»

FCA wird Penalty verwehrt

Für Frontino und Rossini kommen Ciarrocchi und Gjorgjev. Immerhin aus FCA-Sicht gleicht sich das Geschehen nach dem Seitenwechsel aus, beide Teams kommen zu ein paar Chancen. Der FCA hätte auch noch einen Penalty bekommen sollen, doch Schiedsrichter Schnyder taxierte Hammerichs Sturz im Schaffhauser Strafraum als Schwalbe - wohl eine Fehlentscheidung. Dafür gab Schnyder auf der anderen Seite Penalty nach Randjelovics Foul an Barry - Schaffhausen-Stürmer Gül traf aber nur die Latte. 

Nach dem 1:3 in Schaffhausen ist die miserable Aarauer Auswärtsbilanz um ein Kapitel reicher: Es war die sechste Niederlage in Folge auf fremdem Boden. Aus den vergangenen neun Auswärtsspiele resultierte gerade mal ein Pünktchen – im November beim 1:1 gegen den designierten Absteiger Wohlen, als der FCA eine Niederlage verdient hätte, sie aber mit Müh und Not verhinderte.

Kommt dazu: Wenn die Sonntagspartien nicht im Sinn der Aarauer verlaufen, also wenn Chiasso gegen Servette und Wil in Wohlen gewinnen, dann findet sich der FCA nach dem 28. Spieltag auf Rang 8 der Challenge League wieder!

So gehts weiter im Trainerchaos

Für Stephan Keller endete in Schaffhausen die dreiwöchige Zeit als offizieller Interimscoach: Nach einem Heimsieg gegen Winterthur (2:1) und zwei deutlichen Auswärtspleiten in Vaduz (1:5) und in Schaffhausen (1:3) muss er seinen Posten räumen.

Jedoch nicht wegen schlechter Resultate, sondern weil dies der Schweizer Fussballverband so vorschreibt. Der FC Aarau muss am Montag oder Dienstag einen Trainer vorstellen, der im Besitz der Uefa-Pro-Lizenz ist (die Hintergründe dazu gibts hier). Dieser fungiert dann offiziell bis Ende Saison als Chefcoach. Keller aber bleibt im Verein und dürfte im Trainingsalltag sowie bei der Evaluation der Mannschaftsaufstellung ein gewichtiges Wort mitreden – mindestens.

Ziemlich sicher wird der FC Aarau ebenfalls in den nächsten Tagen den Cheftrainer für die kommende Saison bekannt geben. Dabei wäre alles andere als der Name von Patrick Rahmen eine Überraschung. 

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