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FCA-Gegner St. Gallen musste zuletzt untendurch

Wie schlägt sich heute Abend der FC Aarau gegen St. Gallen? Ein Blick nach St. Gallen zeigt: Die Ostschweizer mussten zuletzt untendurch. Doch Trainer Jeff Saibene, der in Küttigen wohnt, bleibt gelassen.

François Schmid-Bechtel, St. Gallen
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Von der Europa-League-Bühne zurück aufs Brügglifeld: Die beiden Ex-Aarauer Mario Mutsch und Jeff Saibene.

Von der Europa-League-Bühne zurück aufs Brügglifeld: Die beiden Ex-Aarauer Mario Mutsch und Jeff Saibene.

Keystone

Der heutige Gegner des FC Aarau musste zuletzt untendurch: 0:3 in Basel. 1:5 in Valencia. Nur 0:0 zu Hause gegen Thun.

Doch Trainer Jeff Saibene macht nicht den Eindruck, als würden ihn die ernüchternden Resultate gross beunruhigen. Freundlich drückt er jedem Journalisten die Hand, bevor im Untergeschoss der AFG-Arena die Pressekonferenz beginnt.

Saibene wohnt in Küttigen, nur wenige Kilometer vom Brügglifeld entfernt. Allein schon deshalb sind für ihn Spiele gegen seinen früheren Arbeitgeber speziell.

Ein Kampfspiel erwartet der 45-jährige Luxemburger. Und er warnt vor Davide Callà, dem zweitbesten Liga-Skorer, weil dieser immer gefährlich sei.

Ansonsten wird wenig über das heutige Spiel in Aarau gesprochen. Dafür sind die letzten Auftritte der Ostschweizer zu rätselhaft.

In Basel waren die St. Galler schwach. In Valencia überfordert. Und gegen Thun nicht zwingend.

Dabei hatten die Ostschweizer einen phänomenalen August und einen zauberhaften September. Sie zogen gegen Spartak Moskau überraschend in die Europa-League-Gruppenphase ein.

Und sie korrigierten in der Super League den Fehlstart (0:2 gegen GC und 2:3 gegen Thun) mit acht Spielen ohne Niederlage. Es scheint, als sei der FC St. Gallen mit der Doppelbelastung überfordert.

«Dieses Gefühl habe ich nicht», sagt Saibene. «Wir haben 17, 18 Spieler, die zwar regelmässig spielen, aber nicht überbelastet sind, weil wir insbesondere im Mittelfeld ständig rotieren. Nein, nein. Wir müssen uns bewusst bleiben, woher wir kommen. Was wir bisher erreicht haben, ist sensationell. Basel und Valencia sind halt ganz andere Kaliber.»

Weil er in Valencia das bestmögliche Team nominierte und drei Tage später gegen Thun auf die Stammkräfte Mathys, Rodriguez, Vitkieviez und Janjatovic verzichtete, liegt der Verdacht nahe, dass er der Europa League eine höhere Priorität eingeräumt hatte.

«Nein», widerspricht Saibene. «Für mich hat jede Partie die gleiche Bedeutung. Wir haben genügend Breite im Kader, um ohne grossen Substanzverlust zu rotieren.»

Einzig Torhüter Lopar, die Innenverteidiger Montandon und Besle sowie der linke Aussenverteidiger Lenjani und Stürmer Karanovic stehen fast pausenlos im Einsatz.

Doch Saibene räumt Probleme ein. Diese ortet er im Sturm, wo ihm die verletzten Cavusevic, Sikorski und Lehmann fehlen und Keita noch auf einen Exploit wartet.

«Ich sehe das Bemühen bei Keita. Und ich sehe auch, wie gut seine Einstellung ist. Aber leider wurde er wegen muskulärer Probleme immer wieder zurückgeworfen. Ich bin aber überzeugt, dass er noch wertvoll für uns sein wird.»

Gut möglich, dass Keita heute gegen Aarau erstmals seit dem 6. Oktober und dem 1:0 gegen Aarau für den zuletzt matten Karanovic in der Startformation stehen wird.

Fix ist indes, dass Ersatztorhüter Marcel Herzog eine Bewährungschance erhält und auch am Sonntag in einer Woche im Cup-Achtelfinal gegen Aarau spielen wird.

Dies sei aber keine Entscheidung gegen Lopar, so Saibene. Schliesslich sei Lopar massgeblich daran beteiligt gewesen, dass man in den letzten acht Meisterschaftsspielen sechsmal zu null gespielt habe.

Einer, auf den sich Saibene auch in der aktuell schwierigen Phase bedingungslos verlassen kann, ist Mario Mutsch.

Luxemburger wie Saibene und wie sein Trainer mit Aarauer Vergangenheit (2007 bis 2009). Grau ist er inzwischen geworden. Aber das ist er schon länger, nur war das früher nicht erkennbar.

«Jetzt bin ich 29. Jetzt kann ich damit umgehen, die Haare nicht mehr zu färben, auch wenn es am Anfang Mut gebraucht hat.»

Obwohl sein Ende in Aarau unschön war – der damalige Sportchef Fritz Hächler hatte den Publikumsliebling quasi vom Hof gejagt –, ist er noch heute dankbar um jene Chance.

«Wer verpflichtet denn schon einen Luxemburger? Denn wir werden noch immer belächelt. Obwohl wir in der WM-Qualifikation beispielsweise Nordirland bezwungen haben.»

Was er nicht sagt: Auch die Schweiz musste schon mal daran glauben.

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