Das vergangene Spiel gegen den Tabellenletzten, den FC Therwil, ist nicht ganz so gelaufen, wie es sich die FCA-Damen vorgestellt haben: Starke Winde, ein umgestürztes Tor und – nach 90 Minuten – eine 0:1 Niederlage. Wie ist das passiert? 

In den Trainings vor dem Spiel seien die Spielerinnen motiviert und seriös aufgetreten, erzählt Trainer Charles Grütter. «Das Problem war einfach, dass das Team immer das Gefühl hatte, es komme dann schon gut.» Aus diesem Grund stand am Montag erstmal ein intensives Gespräch auf dem Programm. «Es gab eine emotionale Ansprache von meiner Seite. Ich wollte herausfinden, wo genau das Problem liegt.» Glücklicherweise hätten die Spielerinnen klar gemacht, dass sie alles dafür geben wollen, die Situation der Mannschaft zu verbessern.

Der Vorstand bleibt ruhig

Massnahmen wurden anschliessend gleich im Training umgesetzt: «Es gab für jede Spielerin individuelle Trainings mit der Assistenztrainerin», so Grütter. Auch für den Verein ist die Situation ihrer ersten Mannschaft nicht einfach, erklärt der Trainer: «Wir haben U-Teams und Trainer, die ein Abstieg natürlich auch betreffen würde.» Trotz anhaltend schlechter Ergebnisse in den letzten Wochen, habe der Vorstand aber auf Strafen wie Bussen oder eine Infragestellung des Trainers verzichtet.

Jetzt hat Grütter erst recht hohe Ansprüche an seine Mannschaft: «In den nächsten drei Spielen erwarte ich mindestens vier Punkte.» Hohe Ziele, wenn man bedenkt, dass die nächsten drei Gegner elf, 16 und 18 Punkte mehr auf dem Konto haben, als die Aarauerinnen. Er ist jedoch überzeugt: «Sie haben es gecheckt. Wir haben unsere Massnahmen durchgeführt und sind bereit für die Spiele gegen Zürich, St. Gallen und Derendingen.» 

Nichts wird auf den Kopf gestellt

Gegen den nächsten Gegner, die U21 des FC Zürichs, hat Aarau sogar ein kleines Ass im Ärmel: «Durch meine Arbeit bei der Nationalmannschaft, kenne ich etwa sechs der Zürcher Spielerinnen. Das hilft natürlich ein bisschen in der Vorbereitung.» Grundsätzlich werde aber so trainiert wie immer. Eine komplette Veränderung des Trainings würde niemandem helfen, mein Grütter. Im Gegenteil: «Ich bin jetzt seit etwa 30 Jahren dabei. Da habe ich festgestellt, dass es zwei Dinge gibt, die nie funktionieren; Gleichgültigkeit, und alles auf den Kopf zu stellen.»

Zudem ist die 15-jährige Alayah Pilgrim ab nächster Woche wieder zurück. Das ganze Spiel wird sie aber nicht spielen. «Sie ist noch sehr jung und durch die Nationalmannschaft doppelt belastet. Da ist es besser, etwas langsamer vorzugehen», sagt Grütter. Insgesamt sei das Team gut auf den kommenden Samstag vorbereitet. Es werde jetzt aktiv etwas gegen den Abstieg gemacht. Der ist zurzeit näher denn je. Bis Ende Saison ist jedoch noch etwas Zeit. 

Das Spiel findet am Samstag um 18 Uhr auf dem Heerenschürli in Zürich statt.