FC Aarau
FCA-Crack Stephan Andrist: «Wir hätten den Sack zumachen müssen»

Der FC Aarau vergab am frühen Samstagabend auswärts beim FC St. Gallen eine 2:0-Führung. Nach dem Schlusspfiff ärgerten sich die Spieler über vergebene Chancen und bangt um Marco Thaler, der wohl eine Gehirnerschütterung erlitt.

Michael Meier
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Der Aarauer Stephan Andrist im Zweikampf mit dem St. Galler Stéphane Besle

Der Aarauer Stephan Andrist im Zweikampf mit dem St. Galler Stéphane Besle

Sarah Rölli

Es herrschte ein grosses Gedränge vor dem Fernseher beim Spielereingang in der AFG Arena des FC St. Gallen. Neun Spieler des FC Aarau versammelten sich kurz nach dem Schlusspfiff um den Bildschirm und verfolgten den Highlight-Zusammenschnitt der vorangegangenen 90 Minuten. So wurden die Aarauer nochmals Zeugen des Festivals der vergebenen Chancen. Und sie ärgerten sich.

Stephan Andrist brachte es nach dem After-Match Videostudium auf den Punkt: «Das ist unglaublich bitter. Dieses Spiel müssen wir gewinnen.» Wohl wahr, wenn man 2:0 in Führung ist und mehrere Konterchancen leichtfertig vergibt. «Wir haben so viele Chancen zum 3:0 und 4:0, da müssen wir den Sack zumachen», bedauerte Andrist.

Gygax sündigte gleich mehrmals

Die Chancen vergab vor allem Daniel Gygax. Zweimal hätte er das Spiel entscheiden können, ja müssen. Beinahe schon fahrlässig, wie er in der 62. Minute den Ball aus zwölf Metern am Tor vorbeischlenzte. In der 77. Minute die nächste Riesenchance, nach einem schön herausgespielten Konter. Diesmal schoss er zu hoch. «Klar, das waren zwei hundertprozentige Chancen. Da muss ich mindestens ein Tor machen», gab sich Gygax nach dem Spiel reumütig.

Die Aarauer ärgerten sich aber nicht nur über ihre ausgelassenen Chancen, sondern auch über die beiden Gegentore. «Das war zweimal genau dasselbe Tor. Zweimal kommt der Ball in die Tiefe zwischen zwei Verteidigern hindurch. Das darf uns nicht passieren. Zwei ganz dumme Fehler von uns», echauffierte sich Andrist nach dem Videostudium.

Aber: Auch St. Gallen vergab viele Chancen

Die Highlights zeigten aber auch die zahlreichen vergebenen Chancen der St. Galler. Vor allem in der ersten Halbzeit, in welcher die Aarauer wie die Jungfrau zum Kind zur 1:0-Führung kamen. «Da ist ja auch alles für uns gelaufen. Wir hatten eine Chance und machen ein Tor», resümierte Gygax.

Auch er wusste. Gemessen an den Chancen war das Unentschieden gerecht: «Es war ein Hin und Her, ein Punkt für beide Teams ist eigentlich verdient», fasste Gygax zusammen.

Die Sorgen um Marco Thaler

Sorgen machen sich die Aarauer um Marco Thaler. Der 20-jährige Verteidiger rieb sich in den Duellen mit Dzengis Cavusevic auf. Nach einem harten Zweikampf war er in der 78. Minute sogar kurz bewusstlos und musste ausgewechselt werden.

Er klagte nach dem Spiel über Kopfschmerzen und Übelkeit. Thaler habe schon einige Gehirnerschütterungen gehabt, sagte Trainer Sven Christ an der Pressekonferenz. Man werde jetzt schauen wie sich sein Zustand entwickle. Falls es schlimmer werde, müsse er ins Krankenhaus.