Fussball
FCA-Captain Burki: «So darf es nicht weitergehen»

Der FC Aarau ist ans Ende der Challenge-League-Tabelle abgerutscht. Trotzdem kommen die Spieler in den Genuss eines trainingsfreien Wochenendes.

Ruedi Kuhn
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Der FC Aarau (links Captain Sandro Burki) ging gegen Schaffhausen (hier Faruk Gül) viel zu passiv ans Werk.

Der FC Aarau (links Captain Sandro Burki) ging gegen Schaffhausen (hier Faruk Gül) viel zu passiv ans Werk.

Andy Mueller/freshfocus

«Ich entschuldige mich für die schlechte Leistung in Schaffhausen», sagt Sandro Burki am Tag nach der 0:1-Pleite in der Munot-Stadt. «So reicht es einfach nicht. So kann und so darf es auch nicht weitergehen.» Der Captain spricht nach der dritten Niederlage des FC Aarau im sechsten Meisterschaftsspiel also Klartext. Burki stellte sich nach dem Spiel im Stadion Breite den rund 200 erzürnten FCA-Fans. «Ich verstehe die teilweise heftigen Reaktionen der Anhänger», fügt er hinzu. «Sie sind enttäuscht und verärgert, weil die Mannschaft Tugenden wie Kampfgeist und Leidenschaft vermissen lässt. Das muss sich ändern.»

Tatsächlich ging der FC Schaffhausen weitaus aggressiver ans Werk als der FC Aarau und verdiente sich deshalb den knappen Erfolg. Die Partie gegen die Nordostschweizer hat in aller Deutlichkeit gezeigt, dass es dem Super-League-Absteiger jedoch nicht nur an Rasse, sondern auch – und das vor allem – an Klasse fehlt, um im Kampf für die sofortige Rückkehr in die höchste Spielklasse mithalten zu können.

Der brasilianische Mittelfeldspieler Carlinhos und der holländische Stürmer Mart Lieder sind ganz einfach nicht die erhofften Verstärkungen. Carlinhos mag ein kleiner Ballzauberer sein. Fit aber ist er bei weitem nicht. Undein Kämpfer schon gar nicht. Und Lieder? Er sagte unlängst ja selbst, dass er froh sei, auf diese Saison hin überhaupt einen Verein gefunden zu haben.

Die 1. Liga ruft

Und so rutscht der FC Aarau nach drei Unentschieden und drei Niederlagen ans Tabellenende der Challenge League. Das Saisonziel von Präsident Alfred Schmid rückt fürs Erste in weite Ferne. Den sofortigen Wiederaufstieg auszurufen, war wohl etwas voreilig. Und wenn wir schon bei Saisonzielen sind. Trainer Livio Bordoli sprach von einem Platz zwischen 1 und 5. Auch das dürfte schwierig werden. Im Heimspiel vom übernächsten Montag gegen Xamax geht es vielmehr darum, den Anschluss ans hintere Mittelfeld nicht zu verlieren.

Schwierig zu verstehen ist auch die Tatsache, dass Bordoli trotz der Blamage in Schaffhausen am freien Wochenende für die Spieler festgehalten hat. Die nächste Trainingseinheit findet erst am Montagnachmittag statt. Natürlich kann der Trainer des FC Aarau machen, was er will. Noch ist er im Amt. Noch ist er nicht entlassen. Dass die Mannschaft nach sechs Spielen in der zweithöchsten Spielklasse aber noch sieglos ist, schreit geradezu nach einer erzieherischen Massnahme.

Will heissen, dass ein Waldlauf am frühen Samstagmorgen durchaus eine Variante gewesen wäre. Einfach deshalb, um den Spielern klarzumachen, dass sie ihre Bequemlichkeit ablegen und Gras fressen müssen.