Trainer Urs Schönenberger spricht von einem Sechspunkte-Spiel und vom ersten Strichkampf. «Mit einem Sieg», so Wohlens Chefcoach, «können wir den Vorsprung auf Delémont auf sieben Punkte vergrössern. Wenn wir verlieren, ist es nur noch ein Zähler. Das alleine zeigt schon die Brisanz dieser Begegnung.»

Kein Zweifel, das 0:2 gegen Aarau und das 0:1 gegen die AC Bellinzona haben bei den Freiämtern Spuren hinterlassen. «Es ist wie verhext», sagt Schönenberger. «Der Ball will einfach nicht mehr ins Tor. Wenn wir gegen Delémont gewinnen wollen, müssen wir das Glück auf unsere Seite bringen und brutaler werden.»

Freitage oder hartes Training?

Für die Spieler geht es gegen die Jurassier nicht nur um Punkte und Siegesprämien, sondern auch um Freitage. Sollte Delémont bezwungen werden, winken Captain Michael Winsauer und Co. über das nächste Wochenende mindestens zwei Tage ohne Trainingseinheiten. Nach einer Niederlage würde Schönenberger die Schraube anziehen. Mal schauen, ob das Team in den nächsten zwei Wochen ohne Ernsteinsatz vor geruhsamen oder vor stressigen Zeiten steht.

Ein Spieler ging mit sich jedenfalls schon einen Tag nach dem Bellinzona-Spiel hart ins Gericht. Verteidiger Selver Hodzic entschuldigte sich vor versammelter Mannschaft für seinen Lapsus, der kurz vor Schluss der Partie zum entscheidenden Gegentreffer führte. Dass ihm der Fehler leidtut, ist schön und gut, aber Punkte gibt’s für die netten Worte halt doch keine.

Wie gut ist Varela?

Für viel Gesprächsstoff und heisse Köpfe im Umfeld des FC Wohlen sorgt eine Aussage in der Lokalzeitung von Schönenberger zur Leistung von Carlos Varela in der Partie gegen Bellinzona. Da wird Schönenberger wie folgt zitiert: «Varela zeigte zu wenig. Wenn er so spielen will, dann muss er sich einen neuen Verein suchen.

Da muss einfach mehr kommen von ihm.» Hoppla. Wenn das mal keine kernigen Worte sind. Darauf angesprochen erklärt Schönenberger, dass er das nie so gesagt hat. Nach Aussage von Präsident Andy Wyder und dem Challenge-League-Verantwortlichen René Meier hat man das Ganze ausdiskutiert und zu den Akten gelegt.

Brisant ist die kleine Geschichte aber allemal. Wenn es um Varela geht, interessiert nun mal der kleinste Vorfall. Alleine schon die Tatsache, dass der 34-Jährige gegen Aarau von Beginn an gespielt hat, gegen Bellinzona aber vorerst auf der Ersatzbank Platz nehmen musste wirft Fragen auf. Wie gut ist Varela noch? Ist er fit? Kann er sein Leistungspotenzial trotz mangelnder Spielpraxis schon voll ausschöpfen?

Mal schauen, ob der pfeilschnelle Flügelstürmer gegen Delémont zu grosser Form auflaufen und den Unterschied ausmachen wird. Wer Varela kennt, der weiss genau: Bei ihm reicht ein Tor und er lässt die Puppen tanzen.