Fussball
FC Wohlen vor dem Zitterduell der Kellerkinder

In der 8.Runde der Challenge League kommt es im Stadion Niedermatten zum ersten grossen Kampf am Strich. Die auf dem letzten Rang platzierten Freiämter spielen um 16 Uhr gegen Tabellennachbar Chiasso mit Trainer Ryszard Komornicki.

Ruedi Burkart
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Im Training gehts beim FC Wohlen trotz sportlicher Baisse lustig zu und her: Goalie Joel Kiassumbua und Goalietrainer Boris Ivkovic.

Im Training gehts beim FC Wohlen trotz sportlicher Baisse lustig zu und her: Goalie Joel Kiassumbua und Goalietrainer Boris Ivkovic.

Ruedi Burkart

Viel Spott und Häme prasselten in den vergangenen Wochen auf die Akteure des FC Wohlen ein. «Verwöhnte Kerle» seien sie, «das Geld nicht wert». Und überhaupt: «Die sehen mich erst wieder im Stadion, wenn sie wieder Leistung zeigen.» Die Liste der unschönen Aussagen von Spielbesuchern liesse sich beliebig verlängern. Auch im Gästebuch der vereinseigenen Homepage ging man hart ins Gericht mit Trainer David Sesa und seinem Team. Jüngst äusserte sich ein langjähriger Fan und Sponsor, notabene ein ehemaliger Akteur des FCW, in trauter Runde folgendermassen: «Wenn sie auch gegen Chiasso so mies spielen wie bisher, nagle ich mein Jahres-Abo an die Wand.» Päng!

Wellington weg, Markaj im Training

Die Freiämter Volksseele kocht also. In den Trainings unter der Woche schien die Welt bei den Spielern des FCW jedoch in Ordnung zu sein. Trotz der delikaten Tabellenlage war die Stimmung gut bis heiter. «Aber, es ist klar, jetzt müssen Punkte her», äusserte sich Trainer Sesa. Dann, am Donnerstag, die nächste Hiobsbotschaft. Linksverteidiger Wellington bat um sofortige Auflösung seines Vertrags. «Wellington hat in seiner Heimat Basilien Probleme, was ihn sehr beschäftigt. Daher ist er nicht in der Lage, seine Leistung auf dem Platz abzuliefern», sagt Wohlens Geschäftsführer Urs Bächer. Tags darauf stand schon Ersatz bereit. Der 22-jährige Defensivspieler Denis Markaj erschien pünktlich zum Probetraining und zog sich gleich Wellingtons Pulli mit der Nummer 3 über. Markaj spielte zuletzt bei der AC Bellinzona und ist seit dem finanziellen Debakel der Tessiner auf dem Markt zu haben. In früheren Jahren hielt Markaj auch schon für den FC Baden, Chiasso und Lugano die Knochen hin. «Markaj hat noch keinen Vertrag, aber er ist ein interessanter Mann für uns», sagt Sesa. Wie übrigens auch Paulo Menezes (31). Der frühere Aarau- und GC-Spieler ist aktuell Dauer-Trainingsgast in Wohlen. Auch hier ist noch nichts entschieden.

Benito wieder nur Ersatz

Schön und gut – nur: Wer spielt heute gegen Chiasso für Wellington in der Defensive? Sesa ist sich noch nicht sicher. «Wahrscheinlich lasse ich mit einer Viererabwehr spielen.» Das könnte dann beispielsweise so aussehen: Stadelmann und Bühler aussen, Pnishi und Winsauer innen. Ein Lichtblick ist das Comeback von Kreativspieler Yannick Kakoko. Der Deutsch-Kongolese hat seine Verletzung auskuriert und wird von Beginn weg spielen. Und im Mittelfeld für Drive sorgen. Im Tor dürfte erneut Joel Kiassumbua (21) den Vorzug gegenüber Ivan Benito (37) erhalten. «Joel ist bereit», so Goalietrainer Boris Ivkovic. Auch Flamur Tahiraj, die eigentliche Nummer 1, hat nach überstandener Knieverletzung das Teamtraining wieder aufgenommen.

Komornicki will nichts sagen

Zu Chiasso. Welche Überraschungen zaubert Trainer Komornicki aus dem Hut? Vor der heutigen Begegnung wollte er sich nicht äussern. Nicht zum Spiel, nicht zu seiner Person und schon gar nicht zu seinem ehemaligen Verein FC Wohlen. «Die Zeitungen schreiben sowieso, was sie wollen», sagt der 54-jährige Pole. Ob die Südtessiner mit Gianluca Zambrotta antreten, ist noch offen. Der italienische Weltmeister von 2006 soll nicht ganz fit sein.

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