Fussballprofi und gleichzeitig Rekrutenschule? Für Matteo Pasqaurelli kein Problem. Der junge Mittelfeldspieler des FC Wohlen pendelt drei bis vier Mal wöchentlich zwischen der Kaserne Brugg und dem Stadion Niedermatten hin und her. Ein Privileg, welches nicht jeder Soldat geniesst.

Wie jeder männliche Schweizer muss auch ein Fussballprofi die Dienstpflicht erfüllen. Und somit auch der 18-jährige Pasquarelli, der momentan die Rekrutenschule in Brugg absolviert. Seine Fussballkarriere muss er während der Zeit im Militär jedoch nicht unterbrechen.

Dank seinem Status als «Qualifizierter Athlet» bringt Matteo Pasquarelli beides gut unter einen Hut. Sogenannte «Qualifizierte Athleten» absolvieren ihren Dienst normal in einer RS der Schweizer Armee. Das Ziel dabei ist, das Leistungsniveau des Athleten während diesen rund vier Monaten sicherzustellen. Konkret: Er darf trainieren.

Wichtiger Zusammenhalt

Diese Position erlaubt Pasquarelli also, unter der Woche das Training in Wohlen zu besuchen. Den obligaten Ausgang am Dienstagabend verbringt Pasquarelli nicht etwa in der Beiz, sondern im Training der U23 des FCW. «Ich bin der Armee sehr dankbar, dass ich den Status als Qualifizierter Athlet erhalten habe», sagt Matteo Pasquarelli.

Mittelfeld-Spieler Matteo Pasquarell vom FC Wohlen absolviert momentan die Sport-Rekrutenschule in der Kaserne in Brugg.

Matteo Pasquarelli

Mittelfeld-Spieler Matteo Pasquarell vom FC Wohlen absolviert momentan die Sport-Rekrutenschule in der Kaserne in Brugg.

Zwei Wochen vor dem Ende blickt der junge Fussballer auf eine sehr spannende Zeit in der RS zurück. Der gelernte Kaufmann betont: «Die Rekrutenschule ermöglicht mir einen komplett anderen Alltag, als ich es gewohnt war.» Von der Kaserne auf den Fussballplatz nimmt er vor allem eines mit: den Zusammenhalt. «Der Teamspirit ist in der RS wie auch auf dem Fussballplatz sehr wichtig», sagt Pasquarelli.

Der Start in die RS war für Matteo Pasquarelli hingegen nicht einfach. Vor dem Einrücken nach Brugg wusste der Wohlen-Spieler nicht, was auf ihn zukommt. Dass er in der RS einen besonderen Status erhält, um sein sportliches Leistungsniveau zu halten, war ebenfalls nicht sicher. Dies machte die Lage für den jungen Sportler umso schwieriger.

In den ersten fünf bis sechs Wochen der Rekrutenschule fand die Grundausbildung statt. In dieser Zeit musste das Talent des FC Wohlen komplett auf den Fussball verzichten. Danach erhielt der 18-Jährige seinen Sonderstatus. «Mit dem Wiedereinstieg in den Trainingsbetrieb hatte ich keine Mühe», sagt er.

Immer mehr Verantwortung

Matteo Pasquarelli startete im Jahr 2003 als Fünfjähriger beim FC Merenschwand seine Fussballkarriere. Sieben Jahre später wechselte er zu seinem jetzigen Arbeitgeber, dem FC Wohlen.

«Mein Talent hat man schon früh bemerkt, denn ich hatte schon in jungen Jahren eine gute Technik am Ball und schoss viele Tore», sagt er selbstbewusst. Bei den Freiämtern durchlief er dann die Juniorenabteilungen und wurde mit 15 Jahren an das Team Aargau ausgeliehen, dem Sammelbecken für die grössten Talente des Kantons Aargau.

Seit dem Sommer spielt Matteo Pasquarelli nun in der ersten Mannschaft des FC Wohlen. «Ich spüre vom Trainer und meinen Mitspielern, dass ich immer mehr Verantwortung übernehmen kann», sagt der jüngste Spieler im Kader des Freiämter Teams.

«Ich habe sicher keine passive Rolle. Ich bin ein fester Bestandteil der Mannschaft», fügt er an. In der Tat, Trainer Ranko Jakovljevic setzt immer mehr auf das junge Talent aus den eigenen Reihen. Bereits zweimal stand Pasquarelli in der laufenden Saison in der Startelf.

Der grosse Traum

Doch der ehrgeizige Aargauer Fussballer träumt von Grösserem. Bereits als kleiner Junge bewunderte er die Champions League. «Am liebsten möchte ich die Champions League im Trikot meines Lieblingsvereins gewinnen», sagt der langjährige Fan der AC Milan.

Im Moment konzentriert er sich jedoch auf die Aufgaben beim Challenge-Ligisten Wohlen. «Es wäre natürlich schön wenn mich Trainer Ranko Jakovljevic am Sonntag in Xamax erneut in die Startformation stellen würde.»