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FC Wohlen Proietti greift daneben und sieht Rot

Der Torhüter des FC Wohlen, Giovanni Proietti. Burkart

Der Torhüter des FC Wohlen, Giovanni Proietti. Burkart

Der FC Wohlen verliert sein erstes Spiel der Rückrunde in Chiasso unglücklich 0:1 und rutscht noch tiefer in den Tabellenkeller. Der Grund? Torhüter Proietti hat die Beherrschung verloren.

Der FC Wohlen drängt zu Beginn der zweiten Halbzeit auf den Ausgleichstreffer: Michael Winsauer mit einem Kopfball und Thomas Weller mit einem Abschlussversuch aus kurzer Distanz verpassen das 1:1 um Haaresbreite. Die Spannung steigt. Die Hektik auch. Giovanni Proietti verliert von einem Moment auf den andern die Beherrschung und sieht wegen heftigen Reklamierens die gelb-rote Ampelkarte. Nach gut einer Stunde werden die Angriffsbemühungen der Freiämter mit dem Platzverweis ihres Torhüters jäh gestoppt. Schliesslich bleibt es beim 1:0 für Chiasso. Der Wohler Präsident Andy Wyder schüttelt nach dem Schlusspfiff den Kopf und sagt: «Das ist die vierte rote Karte im vierten Pflichtspiel in Folge. Es ist unverzeihlich. Das Team bemüht sich. Der Ausgleich liegt in der Luft. Und dann verliert Proietti die Beherrschung. So geht das nicht. Wirklich nicht.»

Proietti ist ein Wiederholungstäter

Dass Proietti ein guter Goalie ist, weiss jedes Kind. In Chiasso hat er aber gleich zwei Eigentore geschossen. Das 0:1 geht vor allem auf seine Kappe. Kommt erschwerend hinzu, dass der impulsive Italiener ein Wiederholungstäter ist. Der Routinier sah schon beim 3:1-Sieg in Carouge wegen einer verbalen Entgleisung die rote Karte. Mit seiner unbeherrschten Art schadet er nicht nur sich selbst, sondern insbesondere den Teamkollegen. Proietti zog einen rabenschwarzen Tag ein. Umso mehr, als dass dem 34-Jährigen beim einzigen Treffer der Partie auch noch ein Patzer unterlief. Chiasso hatte nach 20 Minuten Leerlauf das Glück, gleich mit der ersten nennenswerten Aktion in Führung gehen zu können. Saidu Adeshina köpfelte den Ball innerhalb des Fünfmeterraums nach einem Freistoss von Riccardo Pasi in die Maschen. Der Nigerianer im Dress von Chiasso profitierte bei seinem Tor vom Umstand, dass Proietti beim Herauslaufen zögerte und schliesslich zu spät kam.

Wohlens Schwächen im Angriff

Dass sich Wohlen nach dem Rückstand schwertat, hat zwei Gründe: Einerseits verwaltete ein extrem defensives Chiasso den Vorsprung mit Cleverness und Schlitzohrigkeit, anderseits konnten die Freiämter ihre Schwächen in der Offensive nicht verheimlichen. Alex De Lima und Gaspar blieben weitgehend wirkungslos. Aus dem Mittelfeld kam schlicht und einfach zu wenig Konstruktives. Und auch wenn sich die Wohler nach der Pause um eine Klasse steigerten, blieb vorne die Null stehen. Einziger Lichtblick war die 19-jährige YB-Leihgabe Matteo Tosetti. Der U17-Weltmeister hat zweifellos Talent. Eines steht fest: Auf Neutrainer Ryszard Komornicki wartet vor dem Derby gegen den FC Aarau in einer Woche viel Arbeit. Der 52-jährige Pole will trotz der bitteren Niederlage nicht schwarzmalen. «Es gab vielversprechende Ansätze. Am guten Willen fehlt es sicherlich nicht», sagte Komornicki beim Debüt als FCW-Trainer. «Einige Dinge muss ich aber abstellen und ändern.» Ein Vorschlag zur Güte: Wie wäre es beispielsweise mit etwas mehr Disziplin?

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