Challenge League
FC Wohlen im Abstiegskampf: Gibt es ein Tessiner Päckli?

Trainer der Tessiner, Livio Bordoli, spricht über den heissen Abstiegskampf zwischen dem FC Wohlen und Locarno. Dabei stellt der die eigenen Ziele in den Vordergrund.

Ruedi Kuhn
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Luganos Trainer Livio Bordoli möchte seinem Team zum Rang 2 applaudieren.

Luganos Trainer Livio Bordoli möchte seinem Team zum Rang 2 applaudieren.

KEYSTONE

Livio Bordoli, beim FC Wohlen stellt man sich im Vorfeld der zweitletzten Runde vor allem eine Frage: Lässt Lugano Locarno am Mittwoch gewinnen?

Livio Bordoli: Nein, nein, warum? Wie kommen die Leute denn auf diese Idee? Lugano wird sicherlich keine Geschenke verteilen. Unser Ziel ist Rang zwei. Dazu brauchen wir einen Erfolg gegen Locarno.

Gibt es also kein Tessiner Päckli?

Diese Frage stellt sich für mich nicht. Es gibt keine Absprachen, also gibt es auch kein Tessiner Päckli. Die Ausgangslage ist klar: Im Lido in Locarno wird die Hölle los sein. Schliesslich geht es für Locarno im Abstiegskampf um alles oder nichts. Der Druck liegt auf den Schultern unseres Gegners, der logischerweise höchst motiviert ist. Das muss aber kein Vorteil sein.

Sie wurden im Mai 2011 nach elfmonatiger Tätigkeit beim FC Wohlen entlassen: Käme bei Ihnen nicht Schadenfreude oder sogar Genugtuung auf, wenn die Freiämter absteigen würden?

Nein. Schadenfreude ist für mich ein Fremdwort. Zudem bin ich überhaupt nicht böse auf den FC Wohlen. Im Gegenteil. Ich hatte bei Wohlen eine schöne Zeit und lernte viele nette Menschen kennen. Es ist doch so: Im Fussballgeschäft ist ein Trainer entweder der Held oder der Depp. Im Erfolg ist man oben, im Misserfolg ist man unten. Damit kann ich problemlos leben, sonst hätte ich einen anderen Beruf gewählt.

Wer steigt ab?

Eine schwierige Frage. Ich wage keine Prognose.

Wer hat im Schlussspurt die besseren Karten?

Nach dem 3:0-Sieg gegen Locarno schien die Entscheidung zugunsten des FC Wohlen gefallen. Zwei Runden vor Schluss sind beide Teams punktgleich. Jetzt ist alles möglich. Vielleicht hat Wohlen mit Winterthur und Servette als Gegner das leichtere Restprogramm als Locarno mit Lugano und Schaffhausen. Aber Locarno hat beim 2:1 in Wil und beim 2:2 in Biel Moral und Willensstärke gezeigt. Ich glaube, dass der Abstiegskampf in der letzten Runde am nächsten Samstag entschieden wird. Um sich zu retten, braucht Locarno in Schaffhausen wohl einen Sieg. Dem FC Wohlen traue ich im Heimspiel gegen Servette einen Erfolg zu. Eines möchte ich betonen: Ich gönne den Abstieg weder dem FC Wohlen noch Locarno.