Fussball
FC Wohlen: Freiämter Derbyfluch und Penaltyärger

6 Spiele, 5 Niederlagen, 1 Unentschieden: Der FC Wohlen kann gegen Aarau nicht gewinnen. So schaffte der FC Wohlen also auch im sechsten Derby keinen Sieg. Liegt etwa ein Fluch über dem Duell der Kantonsrivalen?

Ruedi Kuhn
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«Dieses Derby dürfen wir nicht verlieren», sagt Wohlens «Penaltyopfer» Matteo Tosetti.

«Dieses Derby dürfen wir nicht verlieren», sagt Wohlens «Penaltyopfer» Matteo Tosetti.

Alexander Wagner

Die 63. Minute. Joker Stefano Milani erzielt Sekunden nach seiner Einwechslung das 3:2 für den FC Wohlen. Kurze Zeit später lässt Matteo Tosetti Igor Nganga stehen und sprintet in Richtung Joël Mall. Tosetti hebt den Ball mit einem Chip über den Torhüter des FC Aarau. Mall stürzt sich in die Beine des Flügelstürmers. Tosetti hebt ab, fliegt durch die Luft und bleibt liegen. Penalty? «Klare Sache», sagen die Anhänger von Wohlen. «Schwalbe», kontern die Aarauer Fans.

Schiedsrichter Cyril Zimmermann verwehrt dem Aussenseiter den Schuss vom Elfmeterpunkt und damit die mögliche 2-Tore-Führung. Für Tosetti ist der Fall eindeutig. «Einen klareren Penalty gibt es nicht. Mall hat alles riskiert, meine Beine getroffen und den Ball nicht berührt», sagt er. «Es war wohl ein Kompensationsentscheid für eine Szene in der ersten Halbzeit. Da hätte der Schiedsrichter nach einem Foul an Nganga Penalty für Aarau pfeifen können.»

Liegt ein Fluch auf Wohlen?

Dass Tosetti gestern Morgen mit gemischten Gefühlen aufwachte, hat zwei Gründe. Einerseits lag ihm die bittere Niederlage mit drei Gegentreffern in der Schlussviertelstunde auf dem Magen. «Wer einen 0:2-Rückstand wettmacht und Mitte der zweiten Halbzeit sogar in Führung geht, darf ein Spiel nicht verlieren», blickt Tosetti zurück. «Das Glück war wieder einmal nicht auf unserer Seite.»

So schaffte der FC Wohlen also auch im sechsten Derby keinen Sieg. Liegt etwa ein Fluch über dem Duell der Kantonsrivalen? «Das glaube ich nicht», sagt der pfeilschnelle Flügelstürmer. «Natürlich lief in der Schlussphase alles gegen uns, aber ohne die rote Karte gegen Thomas Weller und mit etwas mehr Kaltblütigkeit hätten wir mindestens einen Punkt geholt. Wir müssen uns in erster Linie selbst an der Nase nehmen.»

Startschuss zur Rekrutenschule

Der zweite Grund für die leicht schiefe Gemütslage von Tosetti hängt mit militärischen Pflichten zusammen. Für den U17-Weltmeister von 2009 folgte gestern der Startschuss zur Rekrutenschule in Thun. In den nächsten fünf Wochen wird der 20-Jährige lernen, was im Leben wirklich zählt. Anfang Dezember rückt Tosetti in die Sportler-RS nach Magglingen ein. «Das ist wichtig für mich», sagt er. «So kann ich regelmässig trainieren und meinen Formstand halten.»

Mitte März kann sich das Talent wieder voll auf seine Profikarriere konzentrieren. Dann hat Matteo Tosetti ein kurz- sowie ein langfristiges Ziel: Fürs Erste gilt es, mit dem FC Wohlen den Ligaerhalt zu schaffen. Und bis spätestens 2015 möchte der junge Mann den Sprung ins Kader von YB schaffen. Solange dauert sein Vertrag mit dem Berner Super-League-Klub.