FC Rothrist
Schon wieder Favorit – wenn auch eine Liga tiefer

Nach dem Abstieg aus der 2. Liga gestaltet der hoch gehandelte FC Rothrist den Neubeginn – mit jungen Spielern und einer Portion Demut.

Frederic Härri
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Michal Rakovan und der FC Rothrist nehmen die Herausforderung 3. Liga an.

Michal Rakovan und der FC Rothrist nehmen die Herausforderung 3. Liga an.

Otto Lüscher

11 Punkte aus 14 Spielen. Die ­Bilanz las sich erbarmungslos. Als Tabellenletzter stieg der FC Rothrist in die 3. Liga ab. Bereits im Herbst hatte sich das Unheil angekündigt. Nach nur acht Punkten aus zehn Spielen wurde Trainer Oscar Muino entlassen, zehn Spieler mussten ­gehen.

Der erfahrene Nicola Nocita übernahm, doch auch er konnte den Ligaerhalt in der ­verkürzten Saison nicht sicherstellen. Es war ein bitterer Abstieg, zumal die Rothrister als einer der Meisterschaftsfavoriten gehandelt wurden.

Im Kader standen erfahrene Fussballer, die einst erfolgreich in der 1. Liga gekickt hatten. Das Kader war bekanntermassen teuer, wenngleich die Verantwortlichen keine Auskunft über die Höhe des Budgets geben. Vizepräsident Foti Konstantin sagt:

«Die Spieler haben dem Druck nicht standgehalten, da müssen wir keine Ausreden ­suchen.»

Konstantin übernimmt im Verein auch Aufgaben als Sportchef. Er hat nun den Neuanfang zu verantworten – gemeinsam mit Trainer und Spielern. Und wer nach den ­unruhigen Monaten vermuten würde, dass sich das Gros der Mannschaft die 3. Liga nicht antun will, der irrt: Ausser Alessandro Vodola, Robert Majic und Kastriot Hasanramaj, die ihre Karriere beenden, sind alle geblieben.

«Die Spieler haben sich gesagt: Wir haben uns den Schlamassel eingebrockt, jetzt wollen wir es wieder gutmachen», sagt Konstantin.

Jugend forscht – und das soll nicht nur Versprechen sein

Eines der wichtigsten Zeichen von Kontinuität dürfte jenes von Trainer Nocita sein, auch eine Liga tiefer weiter zu machen. Konstantin sagt, Nocita habe ­damit «brutale Grösse» gezeigt, der Coach selbst sagt nüchtern, dass er vorhabe, seinen bis Sommer 2023 gültigen Vertrag zu erfüllen.

Und so drastisch Nocitas Worte bezüglich seines Amts­antritts im letzten Herbst sind («Die Mannschaft war leblos»), so optimistisch äussert er sich zur momentanen Situation: «Jeder von uns ist bereit, die 3. Liga anzunehmen.»

Die Aufgabe nimmt Nocita mit einem stark verjüngten ­Kader in Angriff. Gleich fünf Spieler werden aus der eigenen Juniorenabteilung in die erste Mannschaft hochgezogen. Der angesprochene Jugendkurs soll nicht nur Feigenblatt sein, die jungen Akteure sollen viel und ausgiebig zum Einsatz kommen und auch Fehler machen dürfen, wie es so schön heisst.

Ein neuer Weg soll eingeschlagen werden

Fehler, die habe es in den letzten Jahren auch in der Kaderplanung ge­geben, wie Foti Konstantin einräumt: «Wir haben uns zu sehr auf die alten verdienten Spieler verlassen. Jetzt wollen wir einen anderen Weg gehen.»

Die ersten Meisterschaftsspiele wird der FC Rothrist allesamt auswärts bestreiten, erst im Oktober wird der neue Kunstrasenplatz bespielbar sein. Vom Aufstieg will Konstantin noch nicht sprechen, auch die Favoritenrolle nimmt er nur ungern an. «Favorit waren wir auch letztes Jahr schon. Und man hat ja gesehen, was dabei herausgekommen ist.»

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